Navigation:
Kunst

Klosterkammer muss umstrittene Sammlung behalten

Die Klosterkammer Hannover muss die Sammlung mit den Werken des umstrittenen Künstlers Erich Klahn (1901-1978) behalten. Die Kündigung des Stiftungsvertrages sei unwirksam, entschied am Donnerstag das Oberlandesgericht Celle, wie eine Sprecherin mitteilte.

Hannover. Die Klosterkammer hatte ihre Trägerschaft im Mai 2014 für beendet erklärt und dabei auf Basis eines Gutachtens auch auf "das fragwürdige Verhalten des Künstlers in den Jahren 1933 bis 1945" verwiesen. Das im Kloster Mariensee befindliche Klahn-Museum wurde geschlossen. Gegen die Vertragskündigung wehrten sich die Erben.

Dem Beklagten seien die Werke mit Vertragsabschluss geschenkt worden, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, entschied der 16. Zivilsenat, wie zuvor schon das Landgericht Hannover. Die Werke seien nicht nur treuhänderisch, sondern dauerhaft übertragen worden. Auf das kunsthistorische Gutachten kam es dabei nicht an. Ob die Sammlung gezeigt werden müsse, sei nicht Thema gewesen, sagte die Sprecherin. Gegen das Urteil kann die Klosterkammer beim Bundesgerichtshof Nichtzulassungsbeschwerde einlegen. (Az. 16 U 60/15)

"Wir wollen uns nach wie vor von der Klahn-Stiftung trennen", betonte Kammerdirektor Andreas Hesse nach dem Urteil. Die Kammer werde nach der schriftlichen Urteilsbegründung entscheiden, wie sie weiter vorgehe. Es bleibe jedoch unzumutbar, die Stiftung weiterhin aus öffentlichen Mitteln zu finanzieren. Mittlerweile bestätigten drei Gutachten Klahns Nähe zum Nationalsozialismus. "Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung werden wir die Werke auch nicht zeigen, das Klahn-Museum bleibt geschlossen", sagte Sönke Gödeke, Anwalt der Klosterkammer.

dpa


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Was halten Sie von einem Rauchverbot im Auto?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie