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Ein GPS-Gerät liegt in einem ausgehöhlten Buchenstamm.

Ein GPS-Gerät liegt in einem ausgehöhlten Buchenstamm. © Uwe Zucchi/Archiv

Forstwirtschaft

Kleine Geräte im Einsatz gegen Holzdiebe

Spaziergänger im Wald kennen die hohen Stapel Holz, die dort lagern. Auf die Idee, davon etwas mitzunehmen, kommen aber nur wenige. Trotzdem kämpfen die Waldbesitzer in Niedersachsen gegen Holzdiebe - und haben dank Mini-Helfern Erfolg.

Helmstedt. Gerade mal acht Zentimeter misst der sogenannte Holz-Tracker, seine Wirkung ist aber umso größer: Dank des Geräts ist der Holzdiebstahl in Niedersachsen im vergangenen Jahr gesunken. Während 2014 in den Wäldern der niedersächsischen Landesforsten (NLF) noch rund 120 Kubikmeter Holz verschwanden, waren es im vergangenen Jahr nur 85 Kubikmeter. Die Holzproduktion insgesamt blieb in der Zeit etwa gleich, wie die Landesforsten am Freitag mitteilten.

"Die Tracker waren unsere Antwort auf den Holzdiebstahl - und es funktioniert", sagte NLF-Sprecher Stefan Fenner. Die Wälder der Landesforsten seien so groß, dass Menschen allein das Gebiet nicht überwachen könnten. Deshalb gibt es seit drei Jahren technische Hilfe. Die Holz-Tracker werden im abholbereiten Holz versteckt. Greifen Diebe zu, können sie mit Hilfe der Tracker geortet werden.

Bislang gibt es in Niedersachsen noch keinen Fall, bei dem ein Holzdieb mit Hilfe des Trackers überführt wurde. Nur in Hessen gelang es, einen Dieb damit aufzuspüren. Die Wirkung sei aber dennoch groß, betonte Fenner. "Die entscheidenden Punkte sind Prävention und Abschreckung."

Für die Landesforsten und deren Kunden, denen die Diebe oft zuvor kommen und das bereits bezahlte Holz heimlich mitnehmen, bedeuten die Diebstähle jedes Jahr einen Verlust im hohen fünfstelligen Bereich. Im vergangenen Jahr fiel die Summe etwas niedriger aus.

Auch die privaten Waldbesitzer kennen das Problem des Holzdiebstahls. "Das ist besonders bitter, weil Privateigentümer den Wald für Besucher zur Verfügung stellen und dann so etwas erleben", berichtete die Geschäftsführerin des Waldbesitzerverbands Niedersachsen, Miriam Kleinschmit.

Holz wird vor allem dort geklaut, wo der Wald gut zu erreichen ist. In der vergangenen Woche nahmen Diebe mehrere Kubikmeter Brennholz aus einem Waldstück bei Helmstedt mit. Bei den Dieben handelt es sich sowohl um Gelegenheitstäter als auch um Profis. "Für Stammholz braucht man schon schweres Gerät, um es abzutransportieren", sagte Reiner Baumgart, der bei den Landesforsten für den Nordosten zuständig ist. "Da sind Hochkriminelle am Werk."

dpa


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