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Landesbischof Ralf Meister lächelt.

Landesbischof Ralf Meister lächelt. © Caroline Seidel/Archiv

Kirche

Kirchen legen fünfsprachiges Andachtsbuch für Flüchtlinge auf

Ein Glaube in vielen Sprachen: Die Kirchen rüsten sich für eine wachsende Zahl christlicher Flüchtlinge, die Anschluss in den hiesigen Gemeinden suchen. Ein von Katholiken und Protestanten erstelltes fünfsprachiges Andachtsbuch soll dabei helfen.

Hannover. Da mit den Flüchtlingen auch viele Christen nach Niedersachsen kommen, rüsten sich die Kirchen für neue Mitglieder. Für gemeinsame Gottesdienstfeiern haben das Bistum Hildesheim und die evangelische Landeskirche in Hannover ein fünfsprachiges Andachtsbuch erarbeitet. Von Gemeinden und kirchlichen Helfern gebe es verstärkt Anfragen nach Material, um den neu angekommenen Christen im Glauben zu helfen, sagte der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle bei der Vorstellung am Dienstag. Als kleines Werkstattbüchlein für gemeinsame Glaubensfeiern bezeichnete Landesbischof Ralf Meister die Sammlung von Liedern, Gebeten und Bibeltexten in Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch und Tigrinya (Eritrea).

Das Andachtsbuch beinhaltet nicht nur übersetzte deutsche liturgische Texte und Lieder, sondern auch orthodoxe Gebete. Gestaltungsvorschläge gibt es auch für internationale Gottesdienste - bis hin zur Kollekte, bei der in Afrika etwa die Gottesdienstbesucher zu einem fröhlichen Lied nach vorne tanzen und ihre Gaben in einen im Altarraum aufgestellten Korb legen. Praktisch für die Neuankömmlinge sind die in das Buch ebenfalls aufgenommenen Adressen orthodoxer und orientalisch-orthodoxer christlicher Gemeinden in Niedersachsen sowie Ansprechpartner aus internationalen Gemeinden.

Das Andachtsbuch sei nicht zur Missionierung gedacht und werde auch nicht in Flüchtlingsunterkünften verteilt, stellten die Bischöfe klar. Allerdings gebe es unter den muslimischen Flüchtlingen eine gewisse Zahl von Menschen, die zum Christentum übertreten wollten. "Wir haben zunehmend Taufanfragen", sagte Bischof Meister. Bevor es dazu komme, müssten sich die Interessenten aber in der Gemeinde einleben und mit dem Christentum vertraut machen, sagte Bischof Trelle. Es gehe nicht darum, auf die Schnelle neue Mitglieder zu gewinnen. Der Anteil der Christen unter den Flüchtlingen lag nach Kirchenangaben 2014 bei 25 Prozent und 2015 bei 13,8 Prozent.

Ein Ausrotten der Christen im Nahen Osten beklagte der Diakon der syrisch-orthodoxen Kirche in Hannover, Moses Tan: "Die Zahl schrumpft auf Null vor den Augen der gesamten Weltbevölkerung." Etliche der verfolgten Christen ließen wichtige berufliche Positionen und Wohlstand in ihrer Heimat zurück, um ihr Leben zu retten. Auch auf der Flucht müssten sie ihren Glauben aus Angst vor Repressalien verschweigen. In den Flüchtlingsunterkünften seien sie von Muslimen umgeben und fielen auf, wenn sie morgens nicht zum Gebet aufständen. Trelle und Meister bestätigten Einzelfälle von Gewalt gegen Christen auch in den Aufnahmeeinrichtungen in Niedersachsen.

dpa


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