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Niedersachsen IG Metall Küste und Nordmetall verhandeln am Donnerstag
Nachrichten Niedersachsen IG Metall Küste und Nordmetall verhandeln am Donnerstag
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18:32 06.02.2018
Meinhard Geiken (IG METALL Küste) steht vor einem IGM-Banner. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/Archiv
Hannover

Nach dem Pilot-Tarifabschluss für die Metallindustrie in Baden-Württemberg wollen die Tarifparteien in Norddeutschland am Donnerstag in Hamburg über die Übernahme der Konditionen verhandeln. Gewerkschaftsvertreter erwarten vom Arbeitgeberverband aber nicht nur Bewegung beim Recht auf Teilzeit, sondern auch bei spezifisch norddeutschen Themen. Der Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall wertet den Tarifabschluss in Baden-Württemberg als gangbaren Kompromiss, der aber mit schmerzhaften Belastungen für die Unternehmen verbunden sei.

Bei den Verhandlungen in Stuttgart hatte die Gewerkschaft durchgesetzt, dass das Entgelt ab April 2018 um 4,3 Prozent erhöht wird. Zudem wurde vereinbart, dass Mitarbeiter künftig ihre Arbeitszeit für die Dauer von zwei Jahren auf 28 Stunden in der Woche reduzieren können. Im Gegenzug dürfen Betriebe mit mehr Beschäftigten wie bisher 40-Stunden-Verträge abschließen. Die Einigung gilt als Pilotabschluss für die deutschlandweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie.

"Das ist der Einstieg in ein modernes Arbeitszeitmodell", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, am Dienstag. Er erwarte vom Arbeitgeberverband Nordmetall jedoch auch Bewegung bei den regionalen Themen im Norden wie der Angleichung der Schichtzuschläge und der Bezahlung von Umkleidezeiten sowie beim Angleichen der Tarifverträge im Osten. Die IG Metall Küste verhandelt für 140 000 Beschäftigte in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und im nordwestlichen Niedersachsen.

Der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel wertete die Verständigung in Baden-Württemberg als Sieg für das deutsche Tarifsystem. Die Arbeitgeberverbände und die IG Metall hätten Mut zur Innovation im Bereich Arbeitszeit bewiesen, sagte Hickel am Dienstag. Der Tarifabschluss sei ein echter, produktiver Kompromiss und kein fauler Kompromiss, der am Ende nur allen schade. "Von dieser zukunftsorientieren Handlungsfähigkeit kann die Politik nur lernen", sagte Hickel.

Der Hauptgeschäftsführer von Niedersachsenmetall, Volker Schmidt, sprach von einem "gangbaren Kompromiss". Zwar bedeutet die Lohnerhöhung um 4,3 Prozent zum 1. April für die Unternehmen eine schmerzhafte Kostenbelastung. Gleichzeitig biete der Tarifabschluss mit einer Laufzeit von zwei Jahren aber auch Planungssicherheit. Auch die Flexibilisierung der Arbeitszeit nach oben sei für die Unternehmen von Vorteil, so Schmidt.

dpa

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