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Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD).

Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). © Axel Heimken/dpa

Arbeit

Hoffnung auf Flüchtlinge im Kampf gegen Fachkräftemangel

Niedersachsen gehen langfristig die Fachkräfte aus. Da könnten die vielen Flüchtlinge helfen, das Problem zu lösen. Doch die Experten warnen aller Euphorie zum Trotz: Bisher weiß niemand so recht, wie qualifiziert sie überhaupt sind.

Hannover. Ein Jahr nach Start einer Fachkräfteinitiative für Niedersachsen haben die Beteiligten am Dienstag eine positive Zwischenbilanz gezogen. Im Kampf gegen den drohenden Fachkräftemangel seien durch den hohen Flüchtlingszustrom aber nun neue Voraussetzungen geschaffen worden, hieß es von Spitzenvertretern von Kammern, Gewerkschaften, Arbeitgebern und Verbänden bei einem Treffen mit der Landesregierung.

Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) betonte, es sei wichtig, bei den Flüchtlingen möglichst frühzeitig ihre Kompetenzen zu erfassen. Der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN), Volker Müller, warnte aber davor, zu große Hoffnungen in die Zuwanderer zu setzen. "Wie viel Qualifikationen bringen die Flüchtlinge mit? Wir wissen es nicht", sagte der Unternehmervertreter. "Euphorie ist nicht angesagt, sondern das realistische Abarbeiten der Notwendigkeiten." Nach einer Erhebung der Kompetenzen müsse umgehend die Sprachschulung einsetzen - eventuell auch über Online-Angebote.

DGB-Bezirkschef Hartmut Tölle sagte, er befürchtete keinen Druck durch den Flüchtlingszuzug auf den heimischen Arbeitsmarkt. Die Zuwanderung könne eine Chance sein. "Ich glaube, unser staatliches System war auf diese Herausforderung nicht vorbereitet", sagte Tölle.

Hubert Meyer vom Niedersächsischen Landkreistag betonte, vor allen weiteren Integrationsbemühungen müsse nun erst einmal wieder zu geordneten Aufnahmeverfahren für die Asylbewerber zurückgefunden werden.

Wirtschaftsminister Lies wies daraufh hin, dass in den kommenden 25 Jahren viele Stellen nur schwer zu besetzen sei dürften. 2016 will die Fachkräfteinitiative deswegen neben der Flüchtlingsintegration auch Pflegeberufe und die duale Ausbildung in den Fokus rücken.

Der Chef der regionalen Arbeitsdirektion, Klaus Stietenroth, forderte, bei der Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen und Jugendlichen ohne Ausbildung nicht nachzulassen. Von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt profitieren auch Frauen bisher weniger als erhofft. Er nannte die Zuwanderer einen großen Gewinn, warnte aber vor allzu großer Euphorie: "Man sollte den Menschen sagen, dass die Integration länger dauert als mancher glaubt".

dpa


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