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Landtag

Hier schwitzen mal die Spitzenkandidaten

Die goldene Klingel schallt das erste Mal durch den vollen Plenarsaal im Landtag. Wenige Sekunden später bimmelt es erneut – diesmal lauter. Trotzdem mag Ministerpräsident David McAllister noch nicht zum Ende kommen. Viele Themen der Politik werden besprochen und den Spitzenkandidaten der fünf im Landtag vertretenen Parteien auf den Zahn gefühlt. Aber nicht von Abgeordneten. David McAllister (CDU), Stephan Weil (SPD), Stefan Birkner (FDP), Anja Piel (Grüne) und Manfred Sohn (Linke) sehen sich 250 kritischen und interessierten Schülern gegenüber. Sie haben auf den schwarzen Stühlen Platz genommen.

Hannover. Im Rahmen des Projekts „Juniorwahl 2013“ werden Positionen ausgetauscht und spannende Fragen gestellt. „Der Landtag präsentiert sich heute jung und ungewöhnlich“, eröffnet Landtagspräsident Hermann Dinkla die Veranstaltung, „es dokumentiert ihr Interesse an Demokratie und an der Wahl.“ Fünf Landessieger des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ bekommen die Möglichkeit, mit je einem Partei-Kandidaten in den direkten Austausch zu treten.

Kurz, prägnant und dabei überzeugend müssen hier die Stichpunkte sein, denn die gelbe Stoppuhr läuft gnadenlos mit. Am Ende jeder Debatte heißt es für die anwesenden Schüler „rot“ oder „grün“ – jedoch nicht für die Parteien, sondern um anzuzeigen, welcher Position sie zustimmen. Schulden des Staates, Abschaffung der Studiengebühren und Atomausstieg sind Themen des Tages. Dass es bei den unterschiedlichen Positionen in der Politik auch Annäherungen geben kann, zeigt die Debatte zwischen Stephan Weil und Schülerin Christina Lembeck: „Du hast gesagt ... Sie haben gesagt.“ „Sie können mich auch duzen“, bietet Christina dem Oberbürgermeister sofort an. „Du mich auch“, antwortet Weil charmant, nachdem ihm schon öfter das Du rausgerutscht ist, „so schnell entstehen Freundschaften.“

Nachhakend präsentieren sich die Schüler bei ihren Fragen trotzdem. „Wie soll der Wegfall von Studiengebühren finanziert werden?“, „Wird es Kürzungen geben, um keine neuen Schulden aufzunehmen?“ – die Schüler haben ihre Hausaufgaben gemacht und tragen ihre Argumente durchdacht und sicher vor.

„Die Fragezeiten waren zu kurz. Auch zu anderen Themen hätten wir noch einiges gerne gewusst“, sagt Sabrina Ammann hinterher. Politik hat halt viele Aspekte und Facetten, aber „es ist spannend zu sehen, wie sich Politiker und Schüler trotz starker Unterschiede in den Reden näher kommen“, findet Teilnehmerin Christiane Wellmann.

Zwar darf am 20. Januar noch nicht jeder der Schüler wählen, aber begeistert sind die Politiker trotzdem. „Ich habe den Landtag selten so gut besetzt gesehen“, lobt McAllister, „und noch nie so aufmerksam und konzentriert.“


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Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

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