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Müll liegt in einer Info-Hütte im Harz. Foto: Nationalpark Harz/Archiv

Müll liegt in einer Info-Hütte im Harz.© Nationalpark Harz/Archiv

Umwelt

Harzer Wälder werden als Müllkippen missbraucht

Autoreifen, Küchenmöbel, Farbeimer, Gartenabfälle - im Harz landet immer mehr Müll in der Natur, selbst im Nationalpark.

Torfhaus. Im Harz wird immer öfter Müll illegal entsorgt. Nationalparkverwaltung und Landesforsten beklagen eine deutliche Zunahme wilder Müllkippen in den Wäldern. Abfall aller Art liege zunehmend nicht nur an Wanderwegen, sagte Nationalparksprecher Friedhart Knolle.

Vor allem an Parkplätzen werde Müll immer öfter einfach ins Gebüsch geworfen. Der NDR hatte berichtet, dass an manchen Plätzen regelrechte Müllsammelstellen entstanden seien. Diese Erfahrung machen auch die Landesforsten zuletzt immer öfter. "Da landen alte Küchenmöbel, Autoreifen, Farbeimer und Sperrmüll im Wald", beklagte Sprecher Michael Rudolph. "Das Problem ist in den vergangenen Jahren ständig größer geworden."

Vereinzelt seien deshalb - etwa bei Zorge im Südharz - schon jene Parkbuchten gesperrt worden, an denen die Täter sonst von anderen Verkehrsteilnehmern unbemerkt den Unrat in den Wald schmeißen konnten. "Das sind keine Kavaliersdelikte, sondern Straftaten", sagte Rudolph. "Wir kennen kein Pardon und erstatten Anzeige wegen illegaler Müllentsorgung und unerlaubten Befahrens von Waldwegen."

Wie viel Müll mittlerweile in der Natur lande, sei jetzt nach der Schneeschmelze besonders offensichtlich geworden, sagte ein Sprecher des Landkreises Goslar. Die Straßenmeisterei habe in einigen Bereichen des Landkreises deutlich mehr Müll beseitigen müssen als in früheren Jahren. Konkrete Mengenangaben gebe es allerdings nicht, weil darüber nicht Buch geführt werde. "Die Müllmoral im Harz sinkt", stellte Nationalparksprecher Knolle fest. Abfall lande in großen Mengen rechts und links der am meisten begangenen Wanderwege.

Das stellt auch die Gemeinschaft der Geocacher fest, die im Harz regelmäßig freiwillig zum Müll-Räumen antritt. "Im letzten Jahr haben wir etwa 80 große Säcke voller Unrat an den verschiedenen Routen eingesammelt", sagte Sprecher Markus Gründel. Wenn die Geocacher am 30. April dem Müll erneut den Kampf ansagen, könnte die Menge noch deutlich größer werden. Ein besonderes Problem sehen Umwelt- und Naturschützer in illegal entsorgten Gartenabfällen. "Auf diese Weise gelangen aus den Gärten immer wieder sogenannte Neophyten in die Natur", sagte Forstsprecher Rudolph.

Es handelt sich dabei um Pflanzen aus anderen Regionen der Erde, die heimische Gewächse verdrängen. Im Nationalpark Harz kämpfen die Ranger seit Jahren unter anderem gegen Japanknöterich, Riesenbärenklau, Spiersträucher oder das Drüsige Springkraut. Dass Müll überhaupt in der Natur lande, sei in jeder Hinsicht unverständlich, sagte Nationalparksprecher Knolle. Er könne es schon deshalb nicht verstehen, "weil Privatleute ihren Müll eigentlich überall auch offiziell kostenlos entsorgen können".

dpa


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