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Schutzhüllen für Waffenbesitzkarten.

Schutzhüllen für Waffenbesitzkarten. © Sebastian Kahnert/Archiv

Prozesse

Haft für Geschäfte mit Waffenbesitzkarten gefordert

Wer in Deutschland Schusswaffen kaufen will, muss sich einer intensiven Prüfung unterziehen - außer bei einem Hamelner Schützenverein, dessen Führungsriege die nötigen Nachweise verkauft haben soll. Auf den Hauptangeklagten kommt wohl eine Haftstrafe zu.

Hannover. Im Prozess um illegale Geschäfte mit Waffenbesitzkarten in einem Hamelner Schützenverein hat die Staatsanwaltschaft fünfeinhalb Jahre Haft für den Hauptangeklagten gefordert. Der Ehrenpräsident der Schützen habe sich der schweren Bestechlichkeit in 53 Fällen schuldig gemacht, erklärte Staatsanwältin Anke Holznagel am Donnerstag im Landgericht Hannover.

Dem Mann wird der illegale Handel mit Waffenbesitzkarten vorgeworfen. Der erste und zweite Vorsitzende des Vereins sollen dabei geholfen haben. Für sie hielt die Staatsanwältin Bewährungsstrafen von 21 und 15 Monaten sowie Geldauflagen von 4000 bis 6000 Euro für angemessen.

Zwischen 2013 und 2016 sollen in Hameln Sachkunde-Nachweise verkauft worden sein, die für den Erwerb von großkalibrigen Waffen notwendig sind. Allerdings absolvierten die Käufer dafür nicht immer korrekt die nötigen Schießübungen und die theoretische Prüfungen, sondern sie bezahlten - pro Dokument soll der Hauptangeklagte rund 1560 Euro kassiert haben.

"Es wurde in ganz erheblichem Maße geschummelt", sagte die Staatsanwältin. Die Angeklagten sollen den Interessenten die Fragen und Antworten der theoretischen Prüfung vorab zum Auswendiglernen gegeben haben. In einigen Fällen sollen die Täter Nachweise an Frauen vergeben haben, deren Ehemänner wegen Vorstrafen selbst keine Schusswaffen beantragen konnten.

"Mit ihrem Verhalten haben die Angeklagten dazu beigetragen, dass Personen über Schusswaffen verfügten, die nicht dazu befähigt waren und so eine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit darstellten", sagte die Staatsanwältin.

Der Hauptangeklagte sitzt wegen Fluchtgefahr bereits seit knapp 14 Monaten in Untersuchungshaft. In der kommenden Woche wird das Urteil in dem Prozess erwartet. 

dpa


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