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Gröning-Verfahren: Auschwitz-Überlebende kritisieren Justiz

Überlebende von Auschwitz haben sich empört über den ihrer Auffassung nach schleppenden Verlauf des Revisionsverfahrens gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning (95) geäußert.

Karlsruhe/Berlin. Die Revision warte seit über einem Jahr auf einen Abschluss, mahnte Christoph Heubner vom Auschwitz-Komitee. "Der Bundesgerichtshof lässt sich viel Zeit", sagte der Vize-Exekutivpräsident der Organisation von Auschwitz-Überlebenden am Dienstag in Berlin. "Dabei wird seine Entscheidung in diesem Falle bahnbrechende Auswirkungen haben."

Das würde sich auch auf alle weiteren derzeit angestrengten NS-Verfahren auswirken. "Mittlerweile empört dies die Überlebenden der deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager und veranlasst sie zu harscher Kritik an der deutschen Justiz, deren fast völlige Untätigkeit sie hinsichtlich der Verurteilung von SS-Tätern über Jahrzehnte verfolgen mussten", sagte Heubner.

"Auschwitz-Überlebende haben nicht so viel Zeit wie die deutsche Justiz", erklärte der Präsident des Auschwitz-Komitees, Roman Kent, in der Pressererklärung vom Dienstag. "Unsere Zeit ist begrenzt." "Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, ist derzeit nicht absehbar", heißt es dazu in Karlsruhe. Gröning wurde am 15. Juli 2015 vom Landgericht Lüneburg zu vier Jahren Haft verurteilt. Der frühere Freiwillige der Waffen-SS hatte eingeräumt, Geld aus dem Gepäck der Verschleppten gezählt und weitergeleitet zu haben.

dpa


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