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Ein Mann geht mit Kindern im Grenzdurchgangslager an Unterkünften vorbei.

Ein Mann geht mit Kindern im Grenzdurchgangslager an Unterkünften vorbei. © Swen Pförtner/Archiv

Migration

Grenzdurchgangslager Friedland platzt aus allen Nähten

Das Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen ist wegen ständig steigender Flüchtlingszahlen komplett überfüllt. "Wir platzen aus allen Nähten", sagte der Leiter der Einrichtung im Kreis Göttingen, Heinrich Hörnschemeyer, am Dienstag.

Friedland. Landesweit befinden sich nach Angaben des Innenministeriums in Hannover derzeit insgesamt 6000 Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtungen. Die Zahlen steigen aktuell deutlich an.

Das Lager Friedland ist eigentlich auf 700 Menschen ausgerichtet. "Wir haben derzeit aber mehr als die doppelt so viele hier", sagte Hörnschemeyer. Jeder freie Quadratmeter müsse genutzt werden. In den anderen niedersächsischen Erstaufnahmelagern sei die Situation ähnlich.

Außer in Friedland gibt es momentan Aufnahmeeinrichtungen in Braunschweig, Bramsche und Osnabrück. Die dortige Einrichtung befindet sich im Aufbau. Sie soll noch in diesem Jahr mit einer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Vollbetrieb gehen, sagte Ministeriumssprecher Philipp Wedelich. Zudem gibt es fünf Außenstellen in Hildesheim, Braunschweig, Groß Denkte, Duderstadt und Bad Iburg.

"Wir haben inzwischen Wohncontainer und ein großes Zelt aufgestellt", sagte der Friedländer Lagerleiter. Sogar in der Gepäckhalle und im Wirtschafts- und Sozialgebäude seien Unterkünfte hergerichtet worden. In den regulären Unterkünften gebe es eigentlich nur Zwei-, Vier- und Sechsbettzimmer. Mittlerweile seien viele Räume aber mit zehn oder sogar zwölf Menschen belegt. In einem als Unterkunft umfunktionierten Raum stünden sogar 40 Betten.

Die Lage werde immer ernster, sagte Hörnschemeyer. In den vergangenen Tagen seien jeweils mehr als 100 Menschen nach Friedland gekommen. Gleichzeitig habe das Lager aber nur etwa 60 Personen in die Kommunen weiterleiten können.

Die Infrastruktur in Friedland stoße inzwischen an ihre Grenzen, sagte Hörnschemeyer. Beim Essen zum Beispiel müssten die Menschen bisweilen in einer 100 Meter langen Warteschlange anstehen. Obwohl die Flüchtlinge sehr diszipliniert seien, komme es wegen der extrem engen Belegung bisweilen auch zu Reibereien. Der Ordnungsdienst habe jedenfalls "alle Hände voll zu tun".

Derzeit sehe es nicht nach einer Entspannung der Situation aus, sagte Hörnschemeyer. Er geht davon aus, dass die Zahl der Zugänge während der Sommermonate eher noch steigt.

Das Land suche aktuell drei weitere Standorte für Erstaufnahmeeinrichtungen, sagte Ministeriumssprecher Wedelich. Eine Einrichtung solle noch in diesem Jahr in Betrieb gehen, eine weitere im ersten Quartal 2016. Zudem werde geprüft, ob noch weitere Außenstellen eingerichtet werden müssen.

dpa


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