Navigation:
Kommunen

Goslar will Hitlers Ehrenbürgerschaft beenden: Gabriel skeptisch

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich skeptisch zu den Plänen geäußert, Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde seiner Heimatstadt Goslar abzuerkennen. "Man versucht sich da von etwas reinzuwaschen, von dem man sich nicht reinwaschen kann", sagte Gabriel nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" am Rande eines Schulbesuchs im niedersächsischen Empelde.

Hamburg/Goslar. Gabriel betonte, früher habe er sich als Mitglied der Jugendorganisation "Falken" vergeblich für die Aberkennung der Ehrenbürgerwürde Hitlers in Goslar eingesetzt. "Heute finde ich es fast falsch, das zu machen."

Der Stadtrat Goslar will sich im September auf Antrag der Linken erneut mit dem Thema befassen. Aus Sicht der Stadt ist die förmliche Aberkennung allerdings nicht erforderlich, sie argumentiert, dass die Ehrenbürgerschaft des NS-Diktators mit dessen Tod erloschen sei. Die Diskussion um Hitlers Ehrenbürgerwürde wurde in Goslar schon mehrfach geführt. Inzwischen sind nach Medienberichten alle Ratsfraktionen bereit, den Antrag auf förmliche Aberkennung der Ehrenbürgerwürde zu unterstützen, weil die bisherige Argumentation nur unter moralischen und juristischen Gesichtspunkten ins Wanken geraten sei.

Deutschlandweit hatten rund 4000 Kommunen Hitler zu dessen Lebzeiten die Ehrenbürgerwürde verliehen. Ein Großteil hat dem Diktator diese Würde nachträglich wieder aberkannt. In Niedersachsen gebe es keine genaue Statistik darüber, welche Kommunen Hitler die Ehrenbürgerschaft posthum aberkannt hätten und wo dies nicht der Fall sei, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in Hannover.

dpa


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Was ist Ihre Wunschkoalition für Niedersachsen?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie