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Gewerbeflächen: Metropolregion setzt Vermarktung neu auf

Neue Firmen und Betriebe füllen gemeinhin das Steuersäckel. Doch wo finden Investoren einen geeigneten Standort? Die Metropolregion Hamburg will stärker auf sich aufmerksam machen.

Hamburg/Cuxhaven. Die Metropolregion Hamburg will bei der Vermarktung von Industrie- und Gewerbeflächen enger zusammenarbeiten und damit für internationale Investoren attraktiver werden. "Wir sind im Wettbewerb der Regionen", sagte Hamburgs Wirtschaftsstaatsrat Andreas Rieckhof am Donnerstag. Die Region umfasst neben Hamburg 19 Landkreise und Städte in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In Niedersachsen gehören die Kreise Cuxhaven, Stade, Rotenburg, Harburg, Lüneburg, Uelzen, Lüchow-Dannennberg und der Heidekreis dazu.

Die Beteiligten wollen eine Datenbank mit ihren Gewerbeflächen und Informationen wie Versorgungseinrichtungen, Autobahn-Anschlüsse oder technische Ausstattung füttern.

Ein ähnliches Konzept von 2011 hatte offenkundig bisher nicht die erwartete Resonanz. Nicht jede Kommune habe bisher Interesse gehabt, ihre Fläche in einer gemeinsamen Datenbank auszuweisen, räumte Dirk Gerdes von der Wirtschaftsförderung Lübeck ein. Die Zeit des "Kirchturmdenkens" sei angesichts des internationalen Wettbewerbs aber vorbei, auch wenn jeder Kämmerer auf Gewerbesteuereinnahmen schiele.

Mancherorts gibt es schon Gewerbeansiedlungen, deren Finanzierung und Einnahmen sich mehrere Kommunen teilen. "Es geht auch darum, Firmen in der Region zu halten", ergänzte Gerdes. So sucht der Marmeladenproduzent Schwartauer Werke derzeit im Umland seines Stammsitzes in Bad Schwartau nach Platz für ein neues Werk.

Der Landrat des für dieses Projekt federführenden Kreises Ostholstein, Reinhard Sager, erwartet einen großen Mehrwert für alle Beteiligten. Die Erfassung von Flächen sowie eine Auswertung, welche Gebiete besonders gefragt sind und wo kaum Bedarf entsteht, soll als eine Grundlage für die Entwicklung neuer Flächen oder deren Umwidmung dienen.

"Die Datenbank wird nur funktionieren, wenn alle bei Laune gehalten werden, mitmachen und motiviert bleiben", mahnte Uwe Mantik, Geschäftsführer des Cima-Instituts für Regionalwirtschaft. Doch er ist zuversichtlich: "Es klopft Schwerin an, es klopft Parchim an." Beide Städte gehören bisher nicht zur Metropolregion.

Der Bau des Siemens-Windkraftturbinenwerks in Cuxhaven oder die Verlagerung der Holsten-Brauereien am Standort Hamburg sind für den Hamburger Staatsrat Rieckhof Beispiele dafür, dass große Konzerne bei der Standortwahl in geografischen Zusammenhängen denken. "Wir wollen daher eine größere Transparenz schaffen und in der Wirtschaftsförderung vorausschauend planen", sagte Rieckhof.

Allein in der Hansestadt gab es demnach 2015 rund 220 Anfragen für Industrie- und Gewerbeflächen, 100 mehr als fünf Jahre zuvor. Aktuell seien 120 Anfragen in Bearbeitung, 50 Hektar würden jährlich bereitgestellt, 3000 Hektar insgesamt seien belegt, berichtete der Staatsrat. Wo Platz knapp wird, kann es über Ländergrenzen hinweggehen: Das Gewerbezentrum Merkurpark in Hamburg-Rahlstedt soll ins angrenzende Schleswig-Holstein ausgedehnt werden.

dpa


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