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Das Landgericht in Lüneburg.

Das Landgericht in Lüneburg. © Philipp Schulze/Archiv

Kriminalität

Geständnisse im Prozess um Raubüberfalle auf Juweliere

Vier Juweliergeschäfte sollen die Angeklagten überfallen haben. Auch ein Getränkemarkt, eine Spielhalle und eine Bäckerei wurden beraubt. Mehr als 300 000 Euro soll die Beute wert gewesen sein. Die Opfer klagen über psychische Folgeschäden.

Lüneburg. Im Prozess um eine Serie von Raubüberfällen vor allem auf Juweliergeschäfte in Niedersachsen haben die beiden Angeklagten die Taten gestanden. Die Männer räumten am Mittwoch zu Prozessbeginn vor dem Landgericht Lüneburg ein, Bargeld und Schmuck im Wert von mehr als 300 000 Euro erbeutet zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden 31 und 40 Jahre alten Angeklagten vor, seit September 2015 bis zu ihrer Festnahme im Februar außer vier Juwelieren auch eine Spielhalle, einen Getränkemarkt und eine Bäckerei überfallen zu haben. Angestellte wurden mit der Waffe bedroht, gefesselt und auch geschlagen.

Ein zunächst von der Verteidigerin des jüngeren Angeklagten noch für Mittwoch angekündigtes umfassendes Geständnis wurde auf den 15. August vertagt. Sein Mandant sei grundsätzlich zu einer Einlassung bereit, sagte der Anwalt des älteren Angeklagten. Für den 40-Jährigen kommt laut Anklage Sicherungsverwahrung in Betracht. Mit einem bestätigenden Kopfnicken reagierten die beiden Hamburger auf die Frage des Richters, ob sie die Täter waren.

Mehrere Opfer leiden laut Anklage unter psychischen Folgen wie Angstzuständen und Panikattacken. Eine als Nebenklägerin auftretende 45-Jährige sagte dazu als Zeugin aus. Die Servicekraft einer in Seevetal überfallenen Spielhalle ist seit der Tat im vergangenen Januar in psychologischer Behandlung, sie leidet unter posttraumatischen Belastungsstörungen. Sie habe Flashbacks und weine viel, erklärte sie. Die Frau hatte sich das Autokennzeichen des Jüngeren notiert, weil er ihr bei früheren Besuchen verdächtig vorgekommen war. Auch eine zweite Zeugin berichtete von den Folgen des Überfalls. Sie leide unter Panikattacken und kriege in fensterlosen Räumen keine Luft. Die Frau war als Angestellte eines Juweliers in Munster überfallen worden. Dort soll Schmuck im Wert von über 77 000 Euro erbeutet worden sein.

Die Angeklagten entschuldigten sich am ersten Prozesstag bei den Opfern. "Ich kann das auf jeden Fall annehmen", sagte die Nebenklägerin. "Jeder macht Fehler." Auch sie war mit einer Pistole bedroht und gefesselt worden. Im Übrigen seien die Männer mit ihr "relativ sanft" umgegangen, betonte sie andererseits. "Das hilft mir bestimmt ein Stück weit", meinte die zweite Zeugin.

Ungeklärt könnte indes bleiben, wo die Beute geblieben ist. Ihr Mandant traue sich auch aus Sorge um seine Familie nicht, etwas über die Abnehmer zu sagen, erklärte die Anwältin des 31-Jährigen. Bis zum 18. Oktober hat die 2. große Strafkammer insgesamt zwölf Verhandlungstermine angesetzt.

dpa


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