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Schiffbau

Genting-Gruppe lässt neue Kreuzfahrtschiffe bauen

Der weltweite Boom in der Kreuzschifffahrt beschert den Werften nach Jahren in Existenznot wieder Arbeit und Perspektive. In Bremerhaven werden nun Schiffe für den malaysischen Konzern Genting gebaut.

Wismar. Die malaysische Genting-Gruppe stockt ihre Flotte an Kreuzfahrtschiffen mit Hilfe deutscher Werften weiter auf - auch Bremerhaven ist beteiligt.

Der Multi-Konzern, zu dem auch drei Kreuzfahrt-Reedereien gehören, unterzeichnete am Dienstag in Wismar die Verträge über den Bau von zehn Schiffen im Wert von insgesamt 3,5 Milliarden Euro. "Das ist ein großer Tag für die deutsche Schiffbau-Industrie und für Genting. Ich bin sicher, dass wir sehr gute Schiffe von den Werften erhalten werden", sagte Konzern-Vorstandschef Tan Sri Lim Kok Thay nach der Vertragsunterzeichnung. Die Schiffe sollen auf den Werften in Bremerhaven, Wismar, Warnemünde und Stralsund gebaut werden, die als Lloyd-Gruppe seit März dieses Jahres ebenfalls zu Genting gehören.

Bremens Wirtschaftssenator Martin Günther sagte: "Seit 20 Jahren ist die Schiffbauindustrie in Deutschland immer wieder totgesagt worden. Heute zeigt sie, wie lebendig sie ist."

Genting hatte erst im Vorjahr die renommierte US-Reederei Crystal Cruises übernommen und verfügt laut Tan Sri Lim seither über elf Fluss- und Ozean-Kreuzfahrtschiffe. Sein Konzern erwarte ungeachtet der eingetrübten Konjunkturentwicklung in Fernost weiterhin deutliche Zuwächse im Kreuzfahrtgeschäft. "Die Menschen reisen gern und suchen Erlebnisse. Da ist noch viel Platz für Wachstum", sagte Tan Sri Lim. Den Angaben zufolge hatte Genting keine geeigneten Schiffbaubetriebe gefunden, die schnell den Bedarf an weiteren Schiffen decken konnten, und sich deshalb für den Kauf der deutschen Werften entschieden.

Schon im nächsten Jahr sollen die ersten neuen Flusskreuzfahrtschiffe in Dienst gestellt werden. Die Fertigstellung von einer Megajacht und drei Ozean-Kreuzlinern, von denen einer für Reisen in arktische Regionen vorgesehen ist, dauert länger.

Nach Angaben von Lloyd-Geschäftsführer Rüdiger Pallentin sind für den Bau der Schiffe insgesamt 3000 Schiffbauer und Konstrukteure erforderlich. Damit werde sich die Belegschaft auf den vier Werften fast verdoppeln.

An den drei Standorten in Mecklenburg-Vorpommern, die sich unter anderem mit dem Bau von Plattformen für Windparks auf See über Wasser gehalten hatten, waren zuletzt rund 1400 Menschen beschäftigt. "Die Zusammenarbeit mit Genting ist für die Werften ein Glücksfall. Wir sehen einer guten Zukunft entgegen", sagte Pallentin. Er erwartet, dass der vereinbarte Bau der zehn Schiffe insgesamt 6000 Menschen Arbeit geben wird, Vertragspartner und Zulieferer eingeschlossen.

Nach Überzeugung des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundeswirtschaftsministerium, Uwe Beckmeyer (SPD), zeugt der Großauftrag von der Ernsthaftigkeit der malaysischen Investoren. "Das passt gut zu dem, was wir auf den Werften an Nord- und Ostsee brauchen. Genting war ein Griff in die Glückskiste." Nun müssten die Schiffbauer zeigen, dass sie den Herausforderungen gewachsen sind und gute Arbeit abliefern. "Sie haben schon mehrfach gezeigt, dass sie das können", betonte der Werftenbeauftragte des Bundes.

dpa


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