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Justiz

Gekaufte Examenslösungen: Ehrliche Prüflinge fürchten um Notenschnitt

Im Skandal um gekaufte Jura-Examen klagen jetzt auch Prüflinge, die ihre Examen auf ehrliche Art und Weise erhalten haben. Sie wollen Klausuren wiederholen, weil sie die Bewertungsmaßstäbe der Prüfer durch den Betrug ihrer Mitstudenten verzerrt sehen und selbst deswegen mutmaßlich schlechter bewertet worden seien.

Osnabrück. Derzeit seien zwei Klagen von ehemaligen Prüflingen an Verwaltungsgerichten anhängig, die deswegen nachgeprüft werden wollen, wie die "Osnabrücker Zeitung" berichtet (Dienstag).

In einem Eilverfahren erlaubte das Verwaltungsgericht Lüneburg einer Juristin bereits, vorläufig zwei Klausuren erneut zu schreiben. Die Richter argumentierten, ein Verstoß gegen den Grundsatz der Chancengleichheit sei nicht auszuschließen. Das Landesjustizprüfungsamt hatte dagegen erfolglos vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg Beschwerde eingelegt. In der Hauptsache ist bislang aber noch nicht entschieden worden.

Nach Auffliegen des Skandals war ein korrupter Richter, der am niedersächsischen Landesjustizprüfungsamt arbeitete, im Februar zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Er hatte gestanden, gegen Sex oder Geld Lösungen für das Zweite Staatsexamen weitergegeben zu haben. Rund 200 Sonderprüfer des Justizministeriums hatten daraufhin die Abschlüsse von 2000 Juristen untersucht, darunter allein 16 000 Klausuren. 15 Nachwuchsjuristen wurde wegen der Affäre das Zweite Staatsexamen nachträglich aberkannt. Der Richter war 2014 in Mailand gefasst worden, bei seiner Verhaftung hatte er 30 000 Euro in bar und eine geladene Pistole dabei.

dpa


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