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Die Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad Basee Taha.

Die Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad Basee Taha. © Julian Stratenschulte

Menschenrechte

Gefangen und gequält von IS-Terrormiliz

Einen dringenden Hilferuf zur Aufnahme weiterer Vergewaltigungsopfer der IS-Terrormiliz hat die Menschenrechtlerin Nadia Murat an die Bundesregierung und das Land Niedersachsen gerichtet.

Hannover. In Hannover schloss die 21-Jährige am Dienstag einen Bericht über ihr eigenes Martyrium mit den Worten: "Es gibt noch Tausende Frauen mit einem ähnlichen Schicksal im Irak; ich würde mir wünschen, dass Deutschland, dass Niedersachsen ihnen die Chance geben würden, herzukommen."

Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt in Deutschland auf Einladung der SPD-Landtagsfraktion wies die Jesidin zudem auf Übergriffe hin, der die kleine religiöse Minderheit selbst in Flüchtlingsunterkünften ausgesetzt sei. Das Vergewaltigungsopfer war im Juli 2014 in IS-Gefangenschaft geraten, verschleppt und monatelang als Sex-Sklavin missbraucht worden. In einer Schule eingesperrt musste sie den gewaltsamen Tod ihrer Mutter und rund 70 weiterer Frauen mit ansehen. Insgesamt verlor sie durch den IS-Terror 18 Angehörige - darunter eine Nichte, die auf der Flucht von einer Mine zerrissen wurde.

Die junge Frau engagiert sich seit ihrer Freilassung weltweit für ihre einstigen Leidensgenossinnen, von denen viele selbst nach geglückter Flucht oder erfolgreichem Freikauf ohne Schutz oder Traumabehandlung weiter in den Krisengebieten leben. Sie sprach unter anderem vor der UN-Vollversammlung und ist für den Friedensnobelpreis 2016 nominiert. Niedersachsen unterstützt das Aufnahmeprogramm für geschundene Frauen aus dem Nordirak mit insgesamt 1,1 Millionen Euro und hat etwa 70 von ihnen bereits aufgenommen. In dem Bundesland gibt es eine der größten Exil-Gemeinden der jesidischen Minderheit.

dpa


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