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Bildungspolitik

GEW schlägt „Schulfrieden“ vor

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat der Landesregierung vorgeschlagen, einen „Schulfrieden“ mit den Kritikern in der Opposition und in den Kommunen zu schließen. „Bei zurückgehenden Schülerzahlen stellt sich massiv das Problem der effektiven Arbeit an den Schulen. Darauf muss die Regierung Antworten finden.“

Das sagte der GEW-Landesvorsitzende Eberhard Brandt dieser Zeitung. Der Vorsitzende des Landkreistages, Bernhard Reuter, fordert von der Regierung „ein Ende der ideologischen Verbohrtheit“ in der Schulpolitik.

Die GEW ist nach den Worten von Brandt alarmiert von den Entwicklungen in einigen Regionen des Landes, die durch starken Bevölkerungsrückgang geprägt sind. So habe etwa in Braunlage (Kreis Goslar) die Hauptschule lediglich noch 13 Schüler, die Realschule habe in manchen Jahrgängen nur wenige Schüler je Klasse, und das Gymnasium könne auf Dauer nicht parallel zwei Klassen je Jahrgang aufrechthalten. In solchen Gegenden sei es „sinnvoll, alle Schulen zu einer Gesamtschule zusammenzuführen“, sagt Brandt. Der Vorteil sei, dass in der Schule dann genügend Schüler vorhanden sind, sodass ein ausreichendes Angebot an Fachlehrern gewährleistet werden kann. „Die Alternative wäre, Schulen zu schließen und den Schülern einen noch längeren Schulweg in weiter entfernt liegende Orte zuzumuten.“

Brandt nennt nun mehrere Bestandteile eines möglichen Schulfriedens in Niedersachsen: Erstens reiche es vielerorts nicht, nur die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen zu erleichtern. „Selbst die fusionierten Schulen sind oft zu klein, um ein gutes Angebot an Lehrern zu bekommen.“ Die Landesregierung solle daher die Hürden für die Gründung neuer Gesamtschulen senken. Bislang ist vorgeschrieben, dass dafür über einen längeren Zeitraum mindestens fünf parallele Klasse je Jahrgang gewährleistet sein müssen. „Die Drei- oder Vierzügigkeit reicht auch aus“, betont Brandt.

Zweitens fordert der GEW-Vorsitzende, dass die Landesregierung unverkrampft auch über die Schließung von Schulen diskutieren soll. „Wir können das Thema nicht länger umgehen“, sagt er. So sinnvoll es sei, dass Kinder ihre Schule in der unmittelbaren Nähe des Wohnortes haben, so fragwürdig seien doch oft kleine Haupt- oder Realschulen mit lediglich zwei parallelen Klassen. „Wenn eine Schule von Klasse fünf bis zehn mindestens vierzügig ist, kann sie sich ein Kollegium mit qualifizierten Fachlehrern leisten.“ Das Land müsse sich fragen, so Brandt, ob nicht besondere Zuschüsse etwa für Ganztagsunterricht an Bedingungen gekoppelt werden können: So sei es denkbar, dass eine Kommune Zuschüsse nur dann erhält, wenn sie selbst kleine Schulen schließt und ausreichend große neue Schulen schafft. Schulen müssten dann auch so zentral innerhalb einer Region liegen, dass sie von den meisten Schülern in relativ kurzer Entfernung erreicht werden können. Auch bei den Grundschulen müsse über Reformen diskutiert werden, sagt Brandt. „Eine Verzahnung auch beim Personaleinsatz mit Kindergärten und Horten ist dabei sinnvoll“, betont er.

Osterodes Landrat Bernhard Reuter (SPD), Vorsitzender des Landkreistages, unterstützt die GEW-Initiative. In seinem Kreis mussten bereits drei Grundschulen, eine Haupt- und eine Realschule schließen. „Das Land muss uns bei der Neuordnung der Schulstruktur mehr Freiheiten geben“, fordert der Landrat.


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