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Gesundheit

Forscher finden Medikamentenrückstände im Grundwasser

Dass sich Arzneimittelrückstände im Grundwasser finden, ist Experten seit langem bekannt. Forscher wollen nun in Niedersachsen herausfinden, auf welchem Weg die Medikamente ins Wasser kommen.

Cloppenburg. Forscher haben bei Kontrollen in niedersächsischen Grundwasserbrunnen Rückstände von Human- und Tierarzneimitteln gefunden. Um einen Überblick über die Belastung des Wassers mit Antibiotika zu bekommen, führt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) seit einigen Monaten eine Sonderuntersuchung an 153 Messstellen durch. An 19 davon wurden Wirkstoffe gefunden, an dreien wurde der vom Umweltbundesamt vorgeschlagene Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter überschritten, sagte NLWKN-Experte Romuald Buryn am Mittwoch in Cloppenburg.

Es handele sich nicht um ein flächendeckendes Problem. Erhöhte Werte fänden sich vor allem in Gebieten mit einem großen Viehbestand. "Wir stehen erst am Anfang der Untersuchungen", sagte Buryn.

Buryn wies darauf hin, dass bei zwei der drei Brunnen mit den besonders hohen Werten Rückstände aus der Humanmedizin festgestellt wurden und nur in einem Fall Tierarzneimittel. Im Verdacht haben die Experten Kleinkläranlagen auf dem Land. Das Land wolle dieser Frage weiter nachgehen, hieß es. Dass sich im Grundwasser Rückstände von Medikamenten finden, ist Experten bereits seit längerem bekannt.

In einem weiteren Projekt wollen die Forscher bis Mai 2016 herausfinden, auf welchen Wegen genau die Medikamente ins Grundwasser gelangen. Dazu arbeiten Umweltbundesamt, NLWKN und die Kreislandvolkverbände in den Kreisen Cloppenburg, Vechta und der Grafschaft Bentheim zusammen. Untersucht werden neben dem Grundwasser auch Proben aus Gülle- und Gärresten, Gewässerproben aus Dränageauslässen sowie Boden- und Abwasserproben aus Kleinkläranlagen. Im kommenden Frühjahr sollen Gülle- und Gärreste analysiert werden, die in der Umgebung der Messstellen auf die Äcker gebracht werden.

Nach Angaben der Deutschen Bundesstiftung Umwelt werden seit Mitte der 80er Jahre vermehrt Arzneimittel in der Umwelt nachgewiesen. Zum Teil können sie Wasserlebewesen schädigen. Die bislang gefundenen Konzentrationen sind für Menschen zwar nicht unmittelbar gefährlich. Allerdings sind die Langzeitwirkungen niedrigster Konzentrationen bislang nicht erforscht. Ein besonderes Problem ist die Entstehung multiresistenter Bakterienstämme, gegen die kaum noch ein Antibiotikum wirkt. Jede Anwendung von Antibiotika begünstigt die Ausbreitung von resistenten Keimen.

dpa


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