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Teilnehmer des Kulturtages der Jesiden tanzen vor der Kulturstätte in Celle.

Teilnehmer des Kulturtages der Jesiden tanzen vor der Kulturstätte in Celle. © Peter Steffen

Minderheiten

Folklore und Politik: Jesiden feiern Kulturtag

Mit Trachten, viel Musik und Tanz feierte am Samstag die deutschlandweit größte jesidische Gemeinde in Celle. Beim ersten Kulturtag ging es außer um Folklore auch um Politik und um nachdenkliche Töne zum Schicksal von Angehörigen.

Celle. In den Köpfen vieler Jesiden ist das Schicksal der Familien im Nordirak oder der von der Terrormiliz Islamischer Staat nach Syrien Verschleppten weiter sehr präsent. Im Mittelpunkt des Programms stand neben Musik und traditionelles Essen ein Kulturzelt, so wie es Jesiden in der Heimat im Sommer nutzen. Mit einem gemeinsamen Tanz sollte der Kulturtag nach fünf Stunden enden.

Vor zwei Jahren vertrieb der IS im Nordirak Tausende Jesiden aus ihren Siedlungsgebieten, es kam zu Massakern und verzweifelten Protesten von Jesiden in Deutschland. Diese mündeten in Celle selbst in Krawallen mit Muslimen. Die Ereignisse halten die Jesiden weiter in Atem, etliche sorgen sich um Angehörige, die noch nicht frei gekommen sind. Im Stillen werden auch von Niedersachsen aus weiter vom IS gefangen gehaltene Frauen freigekauft.

Die größte Exil-Gemeinschaft der Jesiden befindet sich in Deutschland. Hier leben zwischen 50 000 und 90 000 Jesiden, überwiegend in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. In Stadt und Kreis Celle haben die Jesiden ihre mit rund 10 000 Mitgliedern größte Gemeinde außerhalb ihrer Herkunftsländer. Ein noch besseres Kennenlernen für die deutsche Bevölkerung war Zweck des Tags der offenen Tür im jesidischen Kulturzentrum.

dpa


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