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Kriminalität

Festnahmen bei Razzia gegen Schleusernetzwerk

Sie sollen Einreisen aus Syrien und dem Libanon per Luftweg organisiert haben: Auch in Niedersachsen hat die Bundespolizei zum Schlag gegen ein international agierendes Schleusernetzwerk ausgeholt.

Hildesheim. Die Bundespolizei hat mit einer groß angelegten Razzia einen international agierenden Schleuser-Ring gesprengt. Fast 600 Beamte durchsuchten am Mittwoch zeitgleich Gebäude an 24 Orten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Sie nahmen sieben Beschuldigte fest, unter anderem in Hildesheim, teilten die dortige Staatsanwaltschaft und die Bundespolizeidirektion Hannover mit.

Die Ermittlungen richten sich gegen 17 Menschen, die Libanesen und Syrer illegal nach Deutschland gebracht haben sollen. Die Schleuser sollen die Menschen mit gefälschten Reisedokumenten und Aufenthaltserlaubnissen ausgestattet sowie ihre Einreise in Deutschland mit Flugzeugtickets organisiert haben. Die Bande soll für ihre Dienste horrende Summen verlangt haben, berichtete Einsatzleiter Helgo Martens in Essen. Einzelne Libanesen und Syrer kostete die illegale Einreise demnach 10 000 Euro, Familien mussten bis zu 90 000 Euro zahlen.

"Diese Summen zeigen, dass immer mehr kriminelle Netzwerke sich auf die Schleusungskriminalität fokussieren, weil dort viel Geld zu machen ist", sagte Martens. Bei den Verdächtigen geht die Polizei von besonders skrupellosen Tätern aus: Bei den Durchsuchungen wurden Zufallsfunde gemacht, die die Gefährlichkeit der Kriminellen bestätigt hätten. So stießen die Beamten auf griffbereite Macheten, Schwerter und Kampfmesser. Auch Munition für Handfeuerwaffen und eine Laserzieleinrichtung für ein Gewehr wurden sichergestellt.

In Hildesheim fanden Beamte außerdem illegale Böller im Gesamtgewicht von 32 Kilogramm. Dabei handele es sich um Knallkörper, die vermutlich Sprengstoff enthalten. Von den Menschen sollen die Schleuser eine Bezahlung per Vorkasse verlangt haben. Manche Geschleuste seien dann in Transitstaaten aufgeflogen. Bei den Zwischenstationen im Ausland erkannte die dortige Grenzpolizei die Dokumente als Fälschungen und die Menschen wurden vorläufig gestoppt - "und das Geld war futsch", sagte Martens.

Der 24-jährige Hauptbeschuldigte wurde in Essen verhaftet. Ein Hubschrauber der Einsatzkräfte kreiste in den frühen Morgenstunden über der Ruhrgebietsstadt, schwer bewaffnete Uniformierte hielten Maschinenpistolen im Anschlag. Sechs weitere Beschuldigte wurden vorläufig festgenommen. Weitere zehn Menschen befinden sich nach Angaben der Bundespolizei bislang auf freiem Fuß.

dpa


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