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Festgottesdienst im Hildesheimer Dom.

Festgottesdienst im Hildesheimer Dom. © Ole Spata

Kirche

Festgottesdienst zur Wiedereröffnung des Hildesheimer Doms

Mit einem feierlichen Gottesdienst ist der Hildesheimer Dom am Freitag nach knapp fünf Jahren Sanierung wiedereröffnet worden. Zum Auftakt schlug Bischof Norbert Trelle mit dem Bischofsstab an die berühmte Bernwardtür am Hauptportal, öffnete sie und zog in den Dom ein.

Hildesheim. Ihm folgten mehr als 30 weitere Bischöfe und andere Geistliche aus Deutschland.

Unter den Gästen waren auch der evangelische Bischof aus Braunschweig, Christoph Meyns, der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, sowie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff.

Bischof Trelle betonte in seiner Predigt: "Die Kirche muss auf die Zukunft hin leben, so wie sie aus der Vergangenheit heraus lebt." Trelle sprach auch die Grausamkeiten an, denen die Christen und Jesiden im Nordirak ausgesetzt sind. "Während wir hier einen Dom wiedereröffnen, brennen dort die Kirchen", sagte der Bischof. Er erwarte, dass die politisch Verantwortlichen weltweit entschlossen gegen den furchtbaren Völkermord einschritten.

Bereits Stunden vor Eröffnung hatten sich Hunderte Gläubige auf dem Domhof versammelt, viele verfolgten den Festgottesdienst auf einer Videoleinwand. Im Anschluss stand die Kathedrale Besuchern bis zum späten Abend zur Besichtigung offen. Die Wiedereröffnung ist auch gleichzeitig der Auftakt zum 1200-jährigen Bistumsjubiläum, dessen Feierlichkeiten bis November 2015 andauern.

In die Umgestaltung der zum Weltkulturerbe zählenden romanischen Kathedrale flossen 37,2 Millionen Euro von der katholische Kirche, der EU und des Bundes sowie Spenden. Das Bistum Hildesheim allein beteiligte sich mit 18,3 Millionen Euro an den Kosten. Um die Sanierungskosten zu schultern, verkaufte das Bistum auch Domschokolade, Bauhelme, Senf, Löffel und sogar Seife.

Der nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaute und 1960 eröffnete Dom wurde in den vergangenen fünf Jahren an die ursprüngliche Architektur aus dem Mittelalter angepasst. Anbauten sowie eine eingezogene Decke aus den Nachkriegsjahren wurden entfernt und der Fußboden auf sein ursprüngliches Niveau abgesenkt. Die bronzene Bernwardtür befindet sich jetzt an ihrem ursprünglichen Platz. Der neue Altar stammt von dem Bildhauer Ulrich Rückriem.

Der umgestaltete Dom zeigt sich heller und lichtdurchfluteter als früher. In seiner schlichten Gestaltung kommen die lithurgischen Kunstschätze sowie der romanische Charakter des Bauwerks stärker zur Geltung.

Während der Sanierung waren Archäologen auf die ältesten Mauern des Doms aus dem frühen 9. Jahrhundert gestoßen. Zudem entdeckten sie 40 Gräber aus dieser Zeit und bargen drei vollständige Skelette. Die Gräber zweier Bischöfe kamen zum Vorschein und wurden in die neu geschaffene Bischofsgruft integriert. Auch ein Rosettenfenster aus dem 11. Jahrhundert kam zutage, die steinerne Rose kann nun von den Besuchern des Dommuseums besichtigt werden. Das Dommuseum wurde in die angrenzende Antonius-Kirche verlegt und um Anbauten und neue Zugänge ergänzt.

dpa


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