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Niedersachsen Faire PC-Maus für die Polizei
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00:17 14.02.2018
NEUER NAGER:So sieht die „faire“ Computermaus für die Polizei in Niedersachsen aus – mit Scrollrad aus Buchenholz. Quelle: Foto: IT Niedersachsen / Legge
HANNOVER

Auf die Polizei und das Landeskriminalamt in Hannover rollt eine Mäusewelle zu – und zwar eine „faire“: Das Land stattet alle Polizei-Arbeitsplätze mit neuen Computern aus – und die zugehörigen PC-Mäuse sind etwas Besonderes: Sie gelten als die unter fairsten Bedingungen produzierten, erfüllen weit mehr soziale und ökologische Ansprüche als die Konkurrenz. Die ersten der schwarzen Mäuse mit Scrollrad aus heimischem Buchenholz sind schon im Polizeidienst, im Laufe des Jahres sollen sie niedersachsenweit ihren Job verrichten.

Geordert wurden 19 000 Stück, entwickelt von „Nager-IT“, einem Verein im Ort Bichl, gut 50 Kilometer südlich von München, nahe des Starnberger Sees. Dort im Bayrischen wird unter fair verstanden: „ohne Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen“ hergestellt; gefertigt wird in einer Werkstatt für psychisch behinderte Menschen. Völlig fair können die PC-Mäuse wegen der nötigen Elektronik und „mehr als 100 beteiligten Firmen und Minen in der Lieferkette“ nicht produziert werden, doch jede Generation, die der Verein um Ideengeberin Susanne Jordan auf den Markt bringt, soll einen Tick weiter sein als die Vor-Maus. Aktuell sollen etwa zwei Drittel des Geräts fair sein.

Klar, dass diese Maus mehr kostet als die „Normalos“ – was genau das im Fall Niedersachsen ausmacht, ist nicht bekannt. Geschätzt wird, dass es so um 100 000 Euro sind. Doch das ist laut Innenministerium kein Nachteil zu Lasten des Steuerzahlers. Angesicht der Kosten für das Gesamtprojekt namens „PolizeiClient“ von 26 Millionen Euro im ersten Jahr sei das „ein so geringer Anteil“, dem „keine gesonderte Bedeutung“ zukomme. Außerdem habe man für das PC-Gesamtpaket ein so gutes Angebot erhalten, dass „eventuelle Mehrkosten für die Computermäuse kompensiert“ worden seien.

Für Nager-IT war es freilich der erste richtig große Auftrag nach dem Start als Internet-Direktverkauf im Jahr 2012. Jordan sieht es gar als „ein Meilenstein in der Bewusstseinsbildung und Hoffnung für die Menschenrechte in der Beschaffung von IT-Produkten“.

Grundsätzlich sind die fairen Mäuse von üblicher Form und Gestalt, Kundenwünsche werden bei Großabnahme berücksichtig, die Zwei-Tasten-Maus gibt’s ab etwa 33 Euro, ihre Drei-Tasten-Schwester (wie im Auftrag hier) ab 36 Euro – ab 500 Stück sinkt der Preis auf 14,80 Euro und 15,49 Euro.

Für das Innenministerium in Hannover keine einmalige Angelegenheit: „Soweit es möglich und vertretbar ist“, werde die zuständige IT-Abteilung des Landes „auch zukünftig Nachhaltigkeitsfragen sowie ökologische und soziale Standards bei Ausschreibungen berücksichtigen“.

Inzwischen hat wohl auch das Bistum Köln die Zeichen erkannt – und wegen 700 Kirchen-Mäusen angefragt.

Von RALPH HÜBNER

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