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Kriminalität

Experte: Arrest für Schulverweigerer braucht Alternative

Jugendhilfe-Experten sprechen sich gegen den sogenannten Ungehorsamsarrest für Schulverweigerer aus. "Das ist ein komplett untaugliches Werkzeug", sagte Siegfried Löprick.

Braunschweig. Er ist Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfe (DVJJ).

In Einzelfällen bekämen Schüler, die regelmäßig nicht den Unterricht besuchten, bis zu siebenmal jeweils eine Woche Arrest. "Danach gehen sie erstaunlicherweise immer noch nicht in die Schule", sagte Löprick im Vorfeld des 25. Niedersächsischen Jugendgerichtstag am Freitag. Der Ungehorsamsarrest sei auch "geboren aus Hilflosigkeit". Statt daran festzuhalten müsse nach anderen Mitteln und Methoden gesucht werden.

Beim vom DVJJ organisierten Jugendgerichtstag, der in Braunschweig stattfindet, treffen sich rund 250 Experten aus Jugendhilfe, Justiz und Polizei. Zu den Themen gehören unbegleitete Minderjährige, prekäre Lebensverhältnisse und ungeklärte Zuständigkeiten unter den Behörden.

Insgesamt ist die Jugendkriminalität in Niedersachsen gesunken, von 42 202 minderjährigen Tatverdächtigen im Jahr 2009 auf 27 591 im vergangenen Jahr. Zu den Gründen gehören für Löprick Präventionsmaßnahmen und der demografische Wandel. Er stellt aber eine Zunahme von jugendlichen Straftätern fest, die eine psychiatrische Betreuung brauchen. In der Mehrheit der Fälle seien Drogen im Spiel. Sie seien aber öfter eine Folge und weniger eine Ursache der Probleme der Jugendlichen.

dpa


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