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Blaulicht. © Stefan Puchner/Archiv

Kriminalität

Ex-RAF-Terroristen könnten wieder zuschlagen

Mindestens acht Raubüberfälle sollen auf das Konto von drei untergetauchten Ex-RAF-Terroristen gehen. Jetzt könnten sie wieder zugeschlagen haben. Und das könnte nicht das letzte Mal gewesen sein.

Cremlingen. Die Täter: Zwei Männer, eine Frau. Die Tatwaffen: ein Automatikgewehr und eine Panzerfaust. Das Ziel: ein Geldtransporter und ein Geschäft. Der Raubüberfall in einem Gewerbegebiet in Cremlingen bei Braunschweig trägt nach Ansicht der Ermittler die Handschrift von drei Ex-RAF-Terroristen. "Natürlich deutet alles daraufhin", sagte Polizeisprecher Rüdiger Ulrich am Montag. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre es der neunte Raubüberfall der untergetauchten Kriminellen. Wieso sind sie so schwer zu fassen?

Die früheren RAF-Mitglieder Ernst-Volker Staub (61), Burkhard Garweg (47) und Daniela Klette (57) hatten 1993 nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft einen Sprengstoffanschlag auf ein Gefängnis im hessischen Weiterstadt verübt. Um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren, sollen sie seitdem mehrere Raubüberfälle auf Geldtransporter und Supermärkte begangenen haben - zuletzt in Stuhr bei Bremen, Wolfsburg und Hildesheim, wo die Täter jedoch leer ausgingen.

Der Raubüberfall am Samstag in Cremlingen ähnelt den vorherigen Taten. "Es gibt Parallelen", sagte Ulrich. Zwei Schwerbewaffnete hatten dort vor einem Möbelhaus einen Geldtransporter mit ihrem Auto blockiert, auf diesen geschossen und so Geld erbeutet. Ein dritter Täter überfiel gleichzeitig das Geschäft. Danach flüchtete das Trio. Ob es sich dabei um Staub, Garweg und Klette gehandelt habe, müsse die Auswertung der Spuren vom Tatort noch ergeben, sagte Ulrich. Die Ergebnisse könnten in einigen Tagen vorliegen. Ob die Fahnder wie in der Vergangenheit DNA-Spuren der Täter sicherstellen konnten, wollte er nicht sagen.

Angesichts des jüngsten Falls ist es nach Ansicht des Bundes Deutscher Kriminalbeamter höchste Zeit, die Ermittlungen in einer Hand zu bündeln. "Das ist ein Fall für den Generalbundesanwalt", sagte der Vorsitzende André Schulz. Dieser müsse gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt die Federführung übernehmen. Bisher ist jedoch in den einzelnen Fällen die jeweilige örtliche Polizei zuständig. "Die Gefährdungslage ist sehr hoch", begründete Schulz seine Forderung. Die Täter agierten professionell und sehr kaltblütig. Bei dem Überfall in Cremlingen wurden der Fahrer des Geldtransporters und sein Beifahrer leicht verletzt. Doch es könnte auch schnell Tote geben, meint Schulz.

Dass die Drei wieder zuschlagen könnten, gilt als wahrscheinlich. "Es ist eine Frage der Altersversorgung. Sie müssen ja von irgendwas leben", erläuterte der RAF-Experte Butz Peters. Sie zu fassen, werde jedoch schwierig. "Sie waren viele Jahre im Untergrund. Sie wissen, wie man es schafft, von der Polizei nicht entdeckt zu werden." Dass sich die Taten in Niedersachsen häuften, spricht seiner Ansicht nach nicht unbedingt dafür, dass sie sich in der Region verstecken. Es könnte auch sein, dass sie sich ganz bewusst Ziele weit von ihrem Aufenthaltsort entfernt suchen.

dpa


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