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Landtag

Ex-Manager lehnt Geld der Atomindustrie für Asse ab

Der Ex-Manager und frühere Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium, Walter Hohlefelder, hält eine finanzielle Beteiligung der Energiekonzerne an der Stilllegung des maroden Atommülllagers Asse für falsch.

Solche Forderungen seien „populistisches Verhalten“, sagte Hohlefelder am Donnerstag in Hannover. Der 64 Jahre alte Ex-Präsident des Deutschen Atomforums - einer Interessenvertretung der Atomwirtschaft - wurde als Zeuge im Asse-Untersuchungsausschuss des Landtages befragt.

Hohlefelder, der sich für die Atomenergie einsetzt, sagte, die ehemalige Große Koalition in Berlin habe beschlossen, dass der Bund die Kosten für die Schließung der Asse zu tragen habe. Zudem hätten die Energieunternehmen für die Entsorgung von Abfällen in der Schachtanlage bei Wolfenbüttel bereits eine Gebühr bezahlt.

Spitzenpolitiker aller Parteien - darunter Ex-Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) hatten sich dagegen für eine Beteiligung der Atomwirtschaft an der Asse-Schließung ausgesprochen.

Am Donnerstag forderte die niedersächsische Grünen-Fraktion erneut, die Konzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW sollten einen Großteil der geschätzten Sanierungskosten von 3,7 Milliarden Euro übernehmen. Sonst müssten die Steuerzahler dafür aufkommen. Außerdem habe der Bundesrechnungshof laut vorliegender Akten 1992 verlangt, dass die Atomindustrie für Versuche in der Asse zahlen solle, sagte Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel. Eine Rechnung sei aber nie geschrieben worden.

Hohlefelder war von 1986 bis 1994 Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium und später Manager bei Eon. Er sagte nach der Kritik der Grünen, Unterstellungen, er sei der Energiewirtschaft „zu Willen gewesen“, seien absurd.

Im Untersuchungsausschuss erklärte Hohlefelder zudem, er habe von einem gefährlichem Wasserzufluss im Atommülllager Asse nichts gewusst. Das Bundesumweltministerium habe Ende der 80er Jahre zwar von einem Laugenzufluss erfahren. Die niedersächsischen Fachbehörden hätten damals aber Entwarnung gegeben, da das Wasser nach ihrer Darstellung nicht aus dem Deckgebirge stamme und unproblematisch sei.

Inzwischen ist aber bekannt, dass die Asse einsturzgefährdet ist, weil täglich 12 000 Liter Wasser von außen eindringen. In der instabilen Schachtanlage liegen rund 126 000 Fässer mit schwach und mittel radioaktivem Abfall.

dpa


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