Navigation:
090515-poli-nied.jpg

Abgetaucht mit EU-Förderung: Das künftige Hafenbecken von Yukon Bay im Zoo.© Michael Thomas

Förderung

Europas Geld für Hannovers Zoo

Die Milliarden aus Brüssel: Wie die EU mit viel Geld Projekte in ganz Niedersachsen fördert.

Als Zoo-Besucher ahnt man schon: Das wird ein neuer Besuchermagnet. Noch aber ist die Alaskalandschaft Yukon Bay nicht fertig. Präriehunde und Eisbären sucht man von der Aussichtsplattform noch vergebens - und auch das Unterwasserschiff ist nur in Umrissen zu erkennen. Stattdessen arbeiten zahlreiche Männer und Frauen an der neuen Heimat für die Tiere des Nordens. Vom kommenden Frühjahr an soll Yukon Bay viele Besucher in den Zoo Hannover locken. Sie können dann zusehen, wie die Wölfe durch die Schlucht pirschen oder sich die Robben im Hafenbecken räkeln.

Das rund 31 Millionen Euro teure Projekt hätte ohne die finanzielle Unterstützung der Europäischen Union zeitlich nur stark verzögert umgesetzt werden können. Mit sieben Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (Efre) greift die EU-Kommission dem Zoo unter die Arme. „Wir haben dank der finanziellen Unterstützung die einmalige Chance bekommen, diese Themenwelt in vollem Umfang umzusetzen“, sagt Zoo-Geschäftsführer Klaus-Michael Machens.

Das ein Zooprojekt wie Yukon Bay gefördert wird, ist äußerst selten. Es ist jedoch in Niedersachsen eines von 10 000 unterschiedlichen Projekten, die bis 2013 in den Genuss der Brüssler Millionen kommen. Das Land erhält in der aktuellen Förderperiode (von 2007 bis 2013) aus dem Efre sowie aus dem Europäischen Sozialfonds rund 1,67 Milliarden Euro. „Das sind 40 Prozent mehr als im vergangenen Zeitraum, in dem mithilfe der EU rund 40 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden konnten“, sagt Christian Budde, Sprecher des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums. Und auch in der aktuellen Förderperiode lägen die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt auf einem ähnlich hohen Niveau.

Nach Nordrhein-Westfalen erhält Niedersachsen die zweithöchsten Fördermittel in den alten Bundesländern. Fast 800 Millionen Euro davon entfallen auf den alten Regierungsbezirk Lüneburg. Die 11 Landkreise zählen als einziges westdeutsches Gebiet zur höchsten EU-Förderkategorie, da die Wirtschaftskraft hier deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegt.

Unterstützt werden Unternehmen und Kommunen mit innovativen Ideen, die besonders zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum beitragen. Die Förderung des Efre deckt dabei ein breites Spektrum unterschiedlicher Projektansätze ab. Dieses reicht von einzelbetrieblichen Förderungen, über die betriebliche und hochschulspezifische Forschungs- und Entwicklungsförderung bis hin zu den vielfältigen Infrastrukturbereichen wie Tourismus, Verkehr und Breitbandnetz. Aber auch Ideen zur Stadtentwicklung und für das Energiemanagement sind förderungswürdig.

„In sämtlichen dieser Bereiche leisten diese Projekte einen maßgeblichen Beitrag zur Verbesserung der regionalen Wachstums- und Wettbewerbsbedingungen“, sagt Budde. So hätten sich nicht nur Projekte wie die Iberger Tropfsteinhöhle oder der Bau eines Werkes zur Herstellung von Stahlrohrtürmen für Offshore-Windkraftanlagen in Cuxhaven positiv auf die Beschäftigung ausgewirkt, sondern auch sich anschließende Baumaßnahmen. „Dank der Fördermittel konnte in Rekordzeit ein neues Gewerbegebiet erschlossen werden, in dem neben Unternehmen der Windkraftindustrie auch weitere Betriebe angesiedelt werden konnten“, sagt Budde.

In allen Förderbereichen entscheidet das Land über die Zuteilung der Efre-Mittel. Die Bewilligung förderfähiger Projekte richtet sich konsequent nach der Qualität der Anträge und an deren Beitrag zur Schaffung von Wachstum und Beschäftigung. „Wir gehen bei der Vergabe der Fördermittel nicht nach dem Gießkannenprinzip vor“, sagt Jörg Wieters, Sprecher der Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank), die die Förderpolitik des Landes umsetzt und Antragssteller berät.
Auch für die Region Hannover haben sich die Investitionen in die Alaskalandschaft schon bezahlt gemacht. „Mit Yukon Bay entstehen 20 neue Arbeitsplätze“, sagt Machens. Und auch der Tourismus soll angekurbelt werden. Machens und Budde sind sich jedenfalls sicher, dass die neuen Gehege viele Menschen in den hannoverschen Zoo und nach Niedersachsen locken.


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Wie halten Sie es mit dem 96-Abstieg?
Anzeige

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie