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Schulreform

Erste Gemeinden in Niedersachsen planen Oberschulen

Zahlreiche Gemeinden in Niedersachsen haben die Absicht geäußert, zum 1. August 2011 die neue Schulform einführen zu wollen. „Mir liegen rund 40 Interessensbekundungen von Schulträgern vor“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, Karl-Heinz Klare.

Das Gesetz zur neuen Oberschule ist zwar erst in der Beratungsphase, und offizielle Antragsformulare für die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen gibt es auch noch nicht – dennoch haben schon jetzt zahlreiche niedersächsische Gemeinden die Absicht geäußert, zum 1. August 2011 die neue Schulform einführen zu wollen. „Mir liegen rund 40 Interessensbekundungen von Schulträgern vor“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, Karl-Heinz Klare. Der Bildungspolitiker rechnet mit rund 200 Oberschulen zum nächsten Schuljahr.

Zu den Oberschul-Kandidaten der ersten Stunde zählt das Nordsee-Örtchen Dorum im Landkreis Cuxhaven. In der jüngsten Kreistagssitzung hat die CDU-Mehrheit die Kreisverwaltung damit beauftragt, wegen der Gründung einer Oberschule mit gymnasialem Zweig bis Klasse 10 beim Kultusministerium vorstellig zu werden. „Wir haben das Problem, dass Gymnasiasten jeden Tag mit dem Zug nach Wesermünde in Bremerhaven fahren müssen“, sagt die Landtagsvizepräsidentin Astrid Vockert (CDU), zu deren Wahlkreis das Nordseebad Dorum in der Samtgemeinde Land Wursten gehört. Vockert hegt keinen Zweifel, dass die Gemeinde die Voraussetzungen zur Gründung einer Oberschule wird erfüllen können. Die Planungen der Regierungsfraktionen sehen vor, dass Oberschulen zehn Jahre lang mindestens 52 Schüler je Jahrgang garantieren müssen, bei einem zusätzlichen gymnasialem Zweig bis Klasse 10 liegt die Mindestzahl bei 79 Schülern.

In nahezu allen niedersächsischen Landkreisen finden sich Gemeinden, die bestehende Haupt- und Realschulen zu einer Oberschule zusammenlegen und um einen gymnasialen Zweig erweitern möchten – vom Landkreis Leer (Uplengen) über Oldenburg (Hude) und Diepholz (Bassum, Barnstorf) bis nach Holzminden (Bodenwerder) und Osnabrück (Alfhausen). Die Begründungen der Kommunalpolitiker ähneln sich: „Die Schülerzahlen gehen stark zurück“, sagt Uwe Duchow (CDU), stellvertretender Bürgermeister von Alfhausen. „Um Schülern das nötige Spektrum an Lerninhalten bieten zu können, müssen wir bündeln, was wir haben.“ Dabei sympathisieren nicht nur CDU-geführte Gemeinden mit dem Konzept der Landesregierung. So hat sich kürzlich der schwarz-grün geführte Kreistag in Göttingen mit den Stimmen der SPD für die Gründung von zwei Oberschulen in der Region ausgesprochen.

Für die Landtagopposition sind solche Interessensbekundungen kein Beleg für die Akzeptanz der neuen Schulform. „Die Oberschule ist der Strohhalm, nach dem verzweifelte Schulträger greifen“, sagte Frauke Heiligenstadt (SPD). So sollten im Landkreis Göttingen ursprünglich eine KGS und eine IGS gegründet werden – die Einrichtungshürden seien aber so hoch, dass man nun auf zwei Oberschulen ausweichen müsse. Ina Korter (Grüne) sprach von einem „Lockangebot“ der Regierung: „Die Gemeinden sollten nicht voreilig mit Oberschulen planen, ohne das Kleingedruckte zu lesen.“ Abwarten, was Ende März 2011 im Gesetz stehen wird – so lautet auch die Devise in der Landeshauptstadt. Dort gibt es keine Vorstöße für Oberschulen. „Oberste Priorität hat der Ausbau der Gesamtschulen“, sagte Hannovers Schuldezernentin Marlis Drevermann (SPD).


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