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Das Bild «Zwei badende Mädchen» aus dem Jahr 1921 von Otto Mueller.

Das Bild «Zwei badende Mädchen» aus dem Jahr 1921 von Otto Mueller. © Carmen Jaspersen

Ausstellungen

Emder Kunsthalle zeigt Akte in idyllischem Umfeld

Weibliche Akte sind ein ewiges Thema in der Kunst. Dabei ist die Freikörperkultur wie öffentliches Nacktbaden noch nicht sehr lange erlaubt. Beide Aspekte kommen in einer neuen Ausstellung der Emder Kunsthalle zusammen.

Emden. Frauenakte in idyllischer Natur sind in der Kunsthalle in Emden zu sehen. "Otto Mueller - natürlich nackt" heißt die neue Ausstellung über einen der bedeutendsten Künstler des deutschen Expressionismus. Der Maler (1874-1930) wurde bekannt durch seine meist weiblichen Akte, die er in Harmonie mit der Natur, am Meer, am See oder im Wald präsentiert. "Aus seinen Werken spricht eine Sehnsucht nach dem paradiesischen Glück", beschrieb die wissenschaftliche Leiterin Katharina Henkel Muellers Hauptmotive. Die Ausstellung öffnet am Samstag und ist bis zum 25. September zu sehen.

Warme, erdige Farben und zeitlos erscheinende Frauenfiguren: Sie wirken für Henkel jugendlich und an der Grenze zum Erwachsenwerden, spiegeln eine Sehnsucht nach Harmonie und nach einem Leben ohne Zwänge wider. Der im früheren Schlesien geborene Mueller war 1910 in Berlin zur Künstlergruppe "Die Brücke" gestoßen. Statt gesellschaftskritischer Themen hatte ihn mehr der Mensch im Einklang mit der Natur interessiert. Dabei werden in den Bildern neben Meer, Dünen und Wald kaum konkrete Orte erkennbar, auch die Gesichter spielen keine Rolle, ebenso sexuelle oder erotische Anspielungen.

Muellers unbekleidete Figuren stehen allerdings im krassen Widerspruch zum damaligen Badeverhalten: Es unterlag in der wilhelminischen Zeit strengen Konventionen. "Nacktbaden war ein Verstoß gegen die öffentliche Ordnung und konnte sogar mit Haftstrafen geahndet werden", sagte Henkel.

Die Ausstellung geht darauf mit einem speziellen Abschnitt zum Strandleben im frühen 20. Jahrhundert ein. Der Anblick züchtiger Badekostüme und historischer Fotografien und Werbeplakate sorgt dabei aus heutiger Sicht für unfreiwillige Komik. Ein zweiter Abschnitt widmet sich der um 1900 erstmals aufkommenden Freikörperkultur. Als Gegenbewegung zum technischen Fortschritt, zur Urbanisierung und den strengen Gesellschaftsregeln waren Licht und Luft gefragt - und das nackte Bad in der Sonne und am Meer entwickelte sich zum Kult.

dpa


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