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Niedersachsen Einbeck führt Regionalwährung ein
Nachrichten Niedersachsen Einbeck führt Regionalwährung ein
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07:12 07.02.2018
Das Ortsschild der Stadt Einbeck. Quelle: Swen Pförtner/Archiv
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Einbeck

Viele Versuche mit regionalen Währungen sind längst Geschichte, die 33 000-Einwohner-Stadt Einbeck in Südniedersachsen unternimmt nun dennoch einen eigenen Anlauf: Dort soll es ab März eine neue Währung geben. Das sogenannte Regionalgeld mit der Bezeichnung "Einbecker Zehner" soll zum Bezahlen in heimischen Geschäften und anderen Einrichtungen verwendet werden können, kündigte Bürgermeisterin Sabine Michalek an. Sie hofft, dass sich möglichst viele Geschäftsleute beteiligen. Ziel des einem Gutscheinsystem entsprechenden Regionalgeldes ist es, Kaufkraft in der Stadt zu halten, erklärt die CDU-Politikerin.

Bei dem "Einbecker Zehner" werde es sich um einen hochwertigen, fälschungssicheren Schein handeln, der einem Geldschein ähnele, sagte Janina Regenhardt von der für das Projekt verantwortlichen Stadtmarketing-Gesellschaft. Das Regionalgeld könne voraussichtlich ab dem 19. März bei verschiedenen Banken und Einrichtungen erworben werden. Die Einbecker Währung kann dann in den beteiligten Geschäften wie ein normaler Euro-Schein verwendet werden.

Schon früher gab es in Niedersachsen ähnliche Regionalgeld-Projekte, den "Lunar" in Lüneburg etwa. Doch er wurde ebenso wie das Gutscheinsystem "Augusta" in Göttingen nach einiger Zeit wieder eingestampft.

Ihr Vorbild haben die Einbecker allerdings nicht in Niedersachsen gefunden. "Die Idee haben wir uns von unserer österreichischen Partnerstadt Wieselburg abgeschaut", sagt Bürgermeisterin Michalek. "Dort gibt es seit Jahren eine Regionalwährung, die dazu dient, das Geld in der Region zu behalten."

Bis zur Ausgabe des "Einbecker Zehners" möchte die Stadtmarketing-Gesellschaft rund 100 Geschäfte zur Teilnahme an dem Projekt gewinnen. "Wir sind seit einigen Tagen bei der Aquise", sagt Sprecherin Regenhardt. "Die ersten positiven Rückmeldungen haben wir schon." Bereits im Ostergeschäft soll der "Einbecker Zehner" in der 33 000-Einwohner-Stadt dann wie ein Zehn-Euro-Schein eingesetzt werden können.

Mit ähnlichen Zielen war in Göttingen das Regionalgeld "Augusta" an den Start gegangen. Mitte 2011 wurde es allerdings wieder vom Markt genommen. Obwohl sich rund 70 Geschäfte bereit erklärt hatten, die hausgemachte Gutscheine zu akzeptieren, hatte sich das Modell nicht bewährt. Auch der Lüneburger "Lunar", der in fünf Landkreisen in Niedersachsens Nordosten gelten sollte, wurde 2015, fünf Jahre Jahre nach der erstmaligen Ausgabe, wieder eingestampft. Die Resonanz war zu gering, um einen Geldkreislauf in "Lunar" in Gang zu halten.

"So geht es den meisten Regionalwährungen", sagt Jörg Bernardy von der Deutschen Bundesbank. Dutzendfach haben Kommunen in Deutschland in den vergangenen Jahren versucht, durch Regionalwährungen die örtliche Nachfrage zu beleben, eine Bindung der Kunden an einen Ort zu bewirken und eine identitätsstiftende Wirkung zu erzielen - allerdings oft nur mit mäßigem Erfolg.

Die Bundesbank warnt denn auch, dass Regionalwährungen erhebliche Kosten für Verbraucher, den regionalen Handel und die Volkswirtschaft insgesamt verursachten. Die regionale Abschottung durch lokale Währungen führe zu höheren Preisen und behindere den überregionalen Handel, ohne den sich keine Region weiter entwickeln könne.

dpa

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