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Eier lagern auf einem Hühnerhof. 

Eier lagern auf einem Hühnerhof. © Carmen Jaspersen/Archiv

Gesundheit

Eier-Skandal weitet sich aus

Hunderttausende Eier aus den Niederlanden sind bereits in NRW zurückgerufen worden, nun zieht der Skandal um belastete Eier weitere Kreise. Denn den Niederländern wird empfohlen, zunächst ganz auf Eier zu verzichten.

Utrecht/Düsseldorf. Der Skandal um verseuchte Eier aus den Niederlanden weitet sich aus. Die Lebensmittelkontrollbehörde NVWA rief dazu auf, vorläufig keine Eier mehr zu essen, schränkte diese Warnung später aber ein. Das giftige Insektizid Fipronil sei in den Eiern von weiteren 17 Geflügelbetrieben gefunden worden, teilte die niederländische Behörde am Mittwoch in Utrecht mit. Eier mit 27 Codes gelten nun als gesundheitsschädlich. 180 Geflügelzüchterbetriebe sind gesperrt. Deshalb riet die NVWA vom Verzehr der Eier aus betroffenen Betrieben ab. Mit Fipronil belastete Eier waren auch nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gelangt.

Die Betriebe waren Kunden eines niederländischen Unternehmens, das Ställe mit dem Anti-Läusemittel Dega-16 behandelt hatte. Das auf ätherischen Ölen basierende Mittel war mit dem für Nahrungsmittel verbotenen Insektizid Fipronil vermischt worden. Unklar ist, ob dies bei einem belgischen Händler oder dem niederländischen Reinigungsbetrieb geschah. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Fipronil könnte nach Einschätzung des Eier-Zertifizierers KAT auch in einigen Legehennenbetrieben in Deutschland eingesetzt worden sein. Es sei möglich, dass ein mit dem Insektizid versetztes Reinigungsmittel aus den Niederlanden auch in deutschen Betrieben verwendet wurde, sagte der Vereinsvorsitzende Friedrich-Otto Ripke der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch). Ripke ist auch Präsident der Deutschen Geflügelwirtschaft. "Den Legehennenhaltern ist absolut kein Vorwurf zu machen. Hier war an anderer Stelle kriminelle Energie im Spiel."

Der Verein habe alle Mitgliedsbetriebe aufgefordert, sich zu melden, sofern sie Kunden des niederländischen Unternehmens gewesen sind, das den Wirkstoff in die Ställe gebracht haben soll. Daraufhin hätten sich neben 100 Eierproduzenten aus den Niederlanden auch "weniger als zehn Betriebe aus Deutschland gemeldet."

Am Dienstagabend war zudem deutlich geworden, dass in NRW mehr Chargen von dem Insektizid belastet sind als zuvor bekannt. Bei einer weiteren Eier-Packstation im Kreis Borken wurden Eier von zwei niederländischen Betrieben ermittelt, die mit dem Insektizid belastet und in den Handel gelangt sind, wie das nordrhein-westfälische Umweltministerium mitteilte.

Fipronil kommt als Pflanzenschutzmittel oder in der Veterinärmedizin zum Schutz von Hunden vor Flöhen und Zecken zum Einsatz. Beim Menschen kann der in den 1980er Jahren in Frankreich entwickelte Wirkstoff Haut und Augen reizen sowie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen verursachen.

dpa


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