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Drei Fachwerkhäuser reihen sich in Jameln.

Drei Fachwerkhäuser reihen sich in Jameln. © Philipp Schulze/Archiv

Geschichte

Dörfer mit Welterbe-Ambitionen

Die Rundlinge im Wendland sind keine Kinderbuchfiguren, sondern eine ganz besondere Siedlungsform. Ein Verein kämpft dafür, dass die Rundlinge auf die Liste des Unesco-Weltkulturerbes kommen. Nun wird ein einzigartiger Fotoschatz ausgestellt.

Lüchow. Das Wendland will es mit seinen Rundlingsdörfern auf die Liste des Unesco-Weltkulturerbes schaffen. Ein Verein setzt sich seit Jahren für eine Anerkennung der kreisförmig angelegten Dörfer ein.

Niedersachsen hatte die Rundlinge 2012 auf die Anwärterliste gesetzt, sie schafften es zwei Jahre später aber nicht auf die deutsche Liste. "Wir unterstützen die Samtgemeinde Lüchow dabei, den Antrag erneut zu stellen", sagt Ilka Burkhardt-Liebig, die Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Wendlandhofes Lübeln und der Rundlinge.

"Bei der für die Region typischen Bauweise stehen die Bauernhäuser wie Tortenstücke um einen zentralen Dorfplatz", erklärte Burkhardt-Liebig. Kirchen stünden außerhalb. "Ursprünglich waren die Rundlingsdörfer hufeisenförmig angelegt, erst später bekamen sie ihre runde Form."

Über ihren Zweck spekulieren die Gelehrten seit Jahrhunderten, die Anfänge reichen laut Burkhardt-Liebig rund tausend Jahre zurück. "Wahrscheinlich war es schlicht eine Modeform für Kleinstdörfer", sagte sie. Bekannte Rundlingsdörfer sind neben Lübeln etwa Satemin, Jameln, Meuchefitz und Schreyahn.

"Wir bereiten ein neues Verfahren vor", sagt Hubert Schwedland, Samtgemeindebürgermeister in Lüchow im Wendland zu den Welterbe-Ambitionen. "Wir haben eine weltweit vergleichende Analyse in Auftrag gegeben." Das Ergebnis soll Ende September vorgelegt werden. "Nach ersten Erkenntnissen dürfte diese Siedlungsform aber einzigartig sein", sagt der Bürgermeister.

Jedes Jahr organisiert der Verein einen "Rundlingstag" mit Vorträgen und Exkursionen, in diesem Jahr wird dann am 10. September eine Dauerausstellung mit alten Fotografien der Dörfer und ihrer Bewohner eröffnet.

Entstanden sind die Bilder vor 150 Jahren als Geschenk für König Georg V., den letzten König von Hannover. "Frühe Fotografien aus dem Wendland - Ein Geschenk der Bauern an ihren König Georg V., 1866" soll dann im Rundlingsmuseum Wendlandhof Lübeln präsentiert werden. Auf 31 Tafeln werden auch Vergleichsfotos von heute gezeigt.

Bauern aus 35 Dörfern hätten die Fotos in Auftrag gegeben und Georg das Album im Jahre 1866 zu Weihnachten geschenkt, berichtet die Vereinsvorsitzende Burkhardt-Liebig. Der lebte damals schon im Wiener Exil, nachdem Preußen sein Königreich besetzt hatte. Der Schatz aus den Anfängen der Fotografie sei einmalig und stelle ein unschätzbar wertvolles Dokument über das Aussehen der Dörfer und die Bürger dar, betonte Burkhardt-Liebig.

dpa


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