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Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU).

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). © Jörg Carstensen/Archiv

Auto

Dobrindt: 2,8 Millionen deutsche VW-Fahrzeuge manipuliert

Nun ist es offiziell. Auch Millionen deutsche Diesel-Fahrzeuge von VW sind mit manipulierter Abgasmessung unterwegs. Der Verkehrsminister verspricht den Kunden: Sie werden dadurch keinen Schaden haben.

Berlin (dpa) - Von den manipulierten Abgasmessungen bei Volkswagen sind mindestens 2,8 Millionen Diesel-Fahrzeuge in Deutschland betroffen. Das sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag im Deutschen Bundestag. Nach aktueller Kenntnis seien das Fahrzeuge der 1,6- und 2-Liter-Diesel-Klasse.

Es stehe aber derzeit auch zur Diskussion, dass zusätzlich zu diesen 2,8 Millionen Autos auch noch 1,2-Liter-Fahrzeuge betroffen seien. "Zumindest aktuell gehen wir davon aus, dass sich auch hier mögliche Manipulationen zeigen können", sagte Dobrindt. Weiteres werde gerade in den Gesprächen mit VW ermittelt. Die Zahl der manipulierten Fahrzeuge könnte sich dadurch also noch einmal erhöhen. Eine genaue Liste der betroffenen Automodelle gibt es bislang nicht.

Den deutschen VW-Kunden sicherte Dobrindt vollste Wahrung ihrer Interessen zu. Er sagte, das Kraftfahrt-Bundesamt fordere VW auf, "verbindlich zu erklären, ob sich das Unternehmen in der Lage sieht, die eingestandenen technischen Manipulationen zu beheben". "Wir erwarten einen verbindlichen Zeitplan, bis wann die technische Lösung vorliegt und bis wann sie umgesetzt werden kann." Dabei müssten die Verbraucherinteressen "vollumfänglich berücksichtigt werden".

Dobrindt machte die Zusage: "Wir achten darauf, dass sowohl die Aufklärung als auch die Transparenz als auch die Schadensbehebung als auch die vollumfängliche Berücksichtigung der Kundeninteressen auch so stattfindet. Und ich habe keinen Zweifel gegenüber Volkswagen daran gelassen, dass wir dies ständig aufmerksam begleiten werden und nicht nachlassen, bis der ganze Fall aufgeklärt ist." Keine einzige Maßnahme dürfe zulasten der Kunden gehen.

Kurz zuvor hatte Dobrindt bereits öffentlich gemacht, dass der Skandal nicht nur Diesel-Pkw, sondern auch leichte Nutzfahrzeuge wie Transporter oder Kastenwagen betreffe. Nach VW-Angaben sind weltweit insgesamt rund elf Millionen Fahrzeuge mit eingebauter Manipulations-Software unterwegs. Seit Donnerstag war bekannt: auch in Europa. Die Software sorgt dafür, dass die Autos auf dem Prüfstand deutlich weniger Schadstoffe ausstoßen als auf der Straße, also nur im Test die gesetzlichen Grenzwerte einhalten.

Dobrindt verwahrte sich in der von den Grünen beantragten Aktuellen Stunde erneut gegen den Vorwurf, die Bundesregierung habe von diesen Überschreitungen gewusst. Eine Vermischung mit der EU-Debatte über zuverlässigere Tests durch Messungen direkt im Auto sei "eindeutig unzulässig". Dobrindt stellte klar: "Wir arbeiten daran, dass die Bedingungen der Tests verbessert werden, und wir lassen keinen Zweifel daran, dass unzulässige Manipulationen nicht stattfinden dürfen - zumindest dürfen sie nicht ungestraft stattfinden."

dpa


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