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RAUMGREIFEND: Die Nilgans 
kommt ursprünglich aus Afrika, 
fühlt sich in Niedersachsen aber 
rundum wohl.

RAUMGREIFEND: Die Nilgans
kommt ursprünglich aus Afrika,
fühlt sich in Niedersachsen aber
rundum wohl.© Julian Stratenschulte

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Die Nilgans erobert Niedersachsen

Die Nilgans ist eigentlich in Afrika heimisch, macht sich aber immer stärker auch in unseren Breiten breit. Und drängt einheimische Art zurück.

Hannover. von Martina STeffen

Hannover. Eigentlich leben sie in Afrika - doch auch in Niedersachsen fühlen sich die Nilgänse wohl. Sie vermehren sich allerdings so stark, dass sie für einheimische Arten zum Problem werden können.

Die Vögel sind sehr anpassungsfähig und finden auch in Deutschland ideale Bedingungen vor. Der Brutbestand in Niedersachsen liege derzeit bei etwa 2000 Paaren mit steigender Tendenz, teilte das Umweltministerium mit. Allerdings hinterlassen die Federtiere auf Liegewiesen und Parks ihren Kot und verärgern damit Besucher und Kommunen. Und auch heimische Tiere bekommen Probleme mit der Nilgans.

„Diese Gänseart ist sehr aggressiv und bestimmend“, sagte der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke. Wenn sie einen Lebensraum besiedele, verdränge sie andere Arten. Sie komme mit dem Lebensraum in der nordwestdeutschen Tiefebene bestens zurecht und habe das Gebiet flächendeckend besiedelt. Dabei brüte diese Gänseart nicht nur auf dem Boden, sondern besetze auch Horste in Bäumen. „Die Nilgans hat eine hohe Legeleistung und viele Nachkommen und übertrifft damit die Wachstumsraten anderer Gänse“, erklärte Dammann-Tamke. Die Jäger hätten den Auftrag zum Artenschutz und müssten daher die Ausbreitung der Nilgans zurückdrängen.

2012 wurden landesweit etwa 2500 Nilgänse in Niedersachsen geschossen, 2013 waren es bereits fast 3100. Der Nabu Niedersachsen spricht sich gegen eine Bejagung der Nilgänse aus und will prüfen, ob diese überhaupt zulässig ist. Bei der Jagd von Grau- und Nilgänsen bestehe zudem eine große Verwechselungsgefahr mit anderen Gänsen, da zu den Jagdzeiten der Heimzug der arktischen Gänsearten unter Umständen schon begonnen hat, erklärte Nabu-Sprecher Ulrich Thüre.

Nach Ansicht des Umweltministeriums in Hannover ist die Situation noch nicht brisant. Zwar zählten die Nilgänse derzeit zu den bejagten Tierarten, dabei müsse aber in „jedem Fall“ der Abschuss von geschützten Gänsearten infolge von Verwechselungen vermieden werden, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Kot auf Liegeflächen an Badeseen und auf Fußwegen stamme auch häufig von Grauganstrupps.

Anstelle von Abschüssen hält der Nabu eine gezielte Lenkung der weidenden Gänse sowie ein angepasstes Management von öffentlichen Grünflächen für sinnvoller. Dazu zählten ein Fütterungsverbot sowie extensive, langgrasige Grünlandflächen. Das Bundesamt für Naturschutz in Bonn führt die Nilgans auf seiner grauen Liste der sogenannten potenziell invasiven Arten - darauf stehen Tiere, die durch ihre Ausbreitung die heimische Artenvielfalt möglicherweise derart stark bedrohen, dass sie bejagt werden müssen.


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