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Feuerwehreinsatz in Bad Fallingbostel.

Chemieunfall bei Kraft in Bad Fallingbostel: Wasserwerfer kühlen die Tanks.© dpa

Unfälle

Chemieunfall bei Kraft - Lage entspannt sich

Nach einem Chemieunfall in einem Werk des Lebensmittelkonzerns Kraft Foods in Bad Fallingbostel zeichnet sich eine Entspannung der Situation ab.

Bad Fallingbostel. Die Feuerwehr konnte am Mittag damit beginnen, die versehentlich in einem Reinigungsbehälter mit Salpetersäure vermischte Natronlauge abzupumpen. Etwa 3.000 Liter davon würden nun pro Stunde mit Wasser verdünnt in die firmeninterne Kanalisation gepumpt und dort neutralisiert, sagte Feuerwehrsprecher Jens Führer auf dapd-Anfrage. "Ich bin vorsichtig optimistisch", sagte er. 

In dem Reinigungstank, in dem am Montag versehentlich 14.000 Liter von der Säure und 10.000 Liter Lauge zusammengemischt wurden, war am Morgen ein starker Temperaturanstieg festgestellt worden. Dies deutete auf eine Reaktion der beiden Stoffe hin.

Messungen ergaben schließlich eine Temperatur von etwa 100 Grad Celsius. Die Einsatzkräfte befürchteten, dass der doppelwandige Kunststoffbehälter dadurch schmelzen und das Säure-Lauge-Gemisch austreten könnte. Dadurch wäre es vermutlich zu einer erneuten Giftwolke gekommen. Mit Wasserwerfern habe man sich aber darauf vorbereitet, sagte Führer. Sollte es zu einer Giftwolke kommen, könne diese damit gelenkt und verdünnt werden. Der Katastrophenalarm wurde auch am Dienstag vorerst nicht aufgehoben. Schulen und Kindertagesstätten blieben geschlossen. 

Die Vollsperrung der Autobahn 7 zwischen dem Dreieck Walsrode und Soltau-Süd wurde allerdings am Dienstagmittag nach mehreren Stunden wieder aufgehoben. Die Feuerwehr hatte wegen der drohenden Gefahr zahlreiche Einsatzkräfte von dem Gelände zurückgezogen. Nur noch etwa 20 Spezialisten waren unter anderem mit der Kühlung des Reinigungstanks und dem Abpumpen der Lauge beschäftigt.

Details zu dem Einsatz sollten am Nachmittag bei einer Pressekonferenz erläutert werden.

Auch Einsatzkräfte der Hamburger Feuerwehr halfen in Bad Fallingbostel mit einem Spezialgerät (SIGIS) zur Detektion von Schadstoffwolken. Mit einem SIGIS können die Einsatzkräfte eine Gefahrstoffwolke aus einer Entfernung von bis zu fünf Kilometern orten und identifizieren. Dabei werden die im Infrarotspektrum erfassten Schadstoffe erkannt und in ein Videobild der Umgebung eingespielt. Somit erhalten die Einsatzkräfte innerhalb weniger Sekunden ein Bild, das die Schadstoffwolke und deren Ausbreitung zeigt.

Am Montagabend hatte sich durch das Gemisch aus Säure und Lauge in dem Reinigungstank im Nebengebäude des Geländes bereits eine Giftwolke gebildet. Nach Angaben der Feuerwehr ist diese beim Einatmen und bei Hautkontakt gesundheitsgefährdend. In einem Radius von 500 Metern um das Werk wurden Bewohner am Montagabend evakuiert. Verletzt wurde niemand. In dem Werk von Kraft Foods in Bad Fallingbostel mit rund 600 Mitarbeitern werden unter anderem Frischkäse, Mayonnaise und Ketchup hergestellt. Am Montag waren etwa 250 Mitarbeiter in dem Werk. Die Natronlauge und Salpetersäure werden nach Angaben der Unternehmenssprecherin zum Reinigen der Produktionslinien verwendet. dapd

Bad Fallingbostel kraft

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