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Blick in einen leeren Klassenraum, wo die Stühle auf den Bänken stehen.

Blick in einen leeren Klassenraum, wo die Stühle auf den Bänken stehen. © Patrick Pleul/Archiv

Bildung

Bildungsstudie: Niedersachsen Mittelfeld

Die Schüler in Niedersachsen haben sich verbessert - in einer bundesweiten Vergleichsstudie sind sie jetzt in Deutsch und Englisch im Mittelfeld gelandet. Bremen dagegen ist Schlusslicht - wieder einmal. Warum ändert sich dort nichts?

Berlin/Hannover. Die Schüler der 9. Klassen in Niedersachsen haben in einer Ländervergleichsstudie mit ihrer Fähigkeit zum Zuhören im Fach Deutsch besonders gut abgeschnitten. Damit landeten sie in diesem Teilbereich in der Spitzengruppe. Das geht aus einem am Freitag in Berlin vorgestellten Ländervergleich der Kultusministerkonferenz hervor.

Beim Lesen und bei der Rechtschreibung schnitten die Neuntklässler in Niedersachsen durchschnittlich ab. Im Fach Englisch verbesserten sie sich deutlich: 2009 lagen die Niedersachsen hier noch deutlich unter dem deutschen Durchschnitt, jetzt holten sie auf und lagen im Mittelfeld.

"Der Trend ist eindeutig positiv für Niedersachsen", teilte Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt mit. "Im Vergleich zu 2009 haben sich die niedersächsischen Schüler in fast allen Bereichen verbessert." Vor allem in puncto Rechtschreibung gebe es eine signifikant positive Entwicklung.

Der Zusammenhang zwischen dem sozialen Hintergrund der Kinder und den Kompetenzen der Schüler sei in Niedersachsen beim Lesen von allen Ländern am geringsten. "Es scheint den Lehrkräften gut zu gelingen, die Schüler unabhängig von ihrer Herkunft zu fördern", sagte Heiligenstadt.

Der Vorsitzende des Philologenverbandes in Niedersachsen, Horst Audritz, sagte, das Ergebnis sei erfreulich. Allerdings messe der Test nur einen Ausschnitt. Schreiben, Interpretieren und das Gestalterische komme zu kurz.

Bremen schnitt in der bundesweiten Vergleichsstudie erneut schlecht ab. Die Neuntklässler landeten im Fach Deutsch auf dem letzten Platz. In der Rechtschreibung konnten sich die Bremer Schüler im Vergleich zu 2009 zwar leicht verbessern, blieben aber dennoch Schlusslicht. In Englisch konnten sie sich sowohl im Hör- als auch im Leseverstehen verbessern. Beim Hörverstehen etwa lag Bremen vor Berlin auf Platz 12, im Leseverstehen waren die Schüler aber weiterhin an letzter Stelle.

Der Bremer Senat bewertete das Ergebnis als enttäuschend. Für das schlechte Abschneiden macht der Bildungssenat auch die Lebensumstände der Schüler verantwortlich, beispielsweise Armut, Arbeitslosigkeit oder den niedrigen Bildungsstand von Eltern. Außerdem gebe es viele Schüler mit Migrationshintergrund in Bremen.

Der Bremer GEW-Landesvorstandssprecher Bernd Winkelmann sagte: "Seit mindestens fünfzehn Jahren wissen wir um die enge Kopplung von Bildungserfolg und sozialer Herkunft der Schüler. Nun belegt eine weitere Studie, dass sich daran nichts geändert hat." In Bremen arbeiteten die Lehrkräfte bereits am Limit. Die Arbeitsbedingungen müssten besser werden. So müssten etwa viele Förderlehrkräfte Vertretungsunterricht machen, statt sich um schwächere Schüler zu kümmern.

Für die Studie wurden bundesweit mehr als 37 000 Schüler der 9. Jahrgangsstufe getestet. Insgesamt verbesserten sich die Schüler in Deutschland im Fach Englisch deutlich. In Deutsch herrscht dagegen Stagnation. Bayern bleibt an der Spitze, Schleswig-Holstein ist neben Sachsen Aufsteiger, Baden-Württemberg schwächelt, außer Bremen gehört auch Berlin zu den Schlusslichtern.

dpa


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