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Ein Glas mit Honig.

Ein Glas mit Honig. © Oliver Berg

Tiere

Bienenexperte rechnet mit kleiner Honigernte im Norden

In diesem Jahr könnte es weniger Bienenhonig geben, auch wenn es den von eingeschleppten Varroa-Milben bedrohten Hautflüglern im Sommer nicht so schlecht ging. Das Wetter hat nicht so richtig mitgespielt.

Hannover/Celle. Auch wenn sich die Bienenvölker 2015 gut entwickelt haben, ist in Niedersachsen anders als etwa in Süddeutschland nur eine deutlich geringere Honigernte als in den beiden vergangenen Jahren zu erwarten. Schuld sei vor allem das Wetter, sagte der Leiter des Bieneninstituts in Celle, Werner von der Ohe, am Montag. "Nicht nur die besonders wichtige Raps-Honigernte ist wegen des unbeständigen Wetters deutlich hinter dem jährlichen Mittel zurückgeblieben", erklärte der Biologe. Die nicht nur in Niedersachsen ebenfalls bedeutsamen Erträge bei Honig von Heidesträuchern und Linden seien nahezu ausgefallen.

"Als Ausgleich ist im Sommer eine überraschend hohe Honigtau-Produktion zu beobachten gewesen, etwa bei Fichten und Eichen." Das habe bei vielen Imkern dazu geführt, dass sie Waldhonig ernten konnten. Die dafür verantwortlichen Blattläuse seien jedoch durch die Starkregenfälle im Juli schwer getroffen worden.

"Das Jahr ist für die Bienen trotz erheblicher Verluste im Winter durch die Varroa-Milben gut gelaufen", betonte von der Ohe, der in dem Zusammenhang 2014 als "Katastrophenjahr für Bienen" bezeichnet hatte. Die aus Asien stammenden Parasiten hätten sich in diesem Sommer deutlich weniger stark entwickelt. "Es ist trotzdem zwingend erforderlich, dass die Imker Maßnahmen für den Winter gegen die Varroa-Milben ergreifen", mahnte von der Ohe. "Sonst kann es wieder zum Übergreifen auf benachbarte Völker kommen." Nach Schätzungen hatte ein Viertel der Völker den Winter nicht überstanden, in normalen Jahren sind weniger als 10 Prozent Verluste zu erwarten.

"Die Landwirte haben erfreulicherweise viele Blühstreifen angelegt", begrüßte von der Ohe. "Bedingt durch die frühe Aussaat haben die Flächen allerdings für die Bienen zu früh geblüht, so dass den Tieren im Spätsommer zu wenig Nahrung zur Verfügung stand." Vier Fünftel der heimischen Pflanzen seien auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen, sagte von der Ohe. Das gelte für Obstbäume, Raps, Sonnenblumen oder Erdbeeren.

Deutschlands Imker haben 2015 nach ersten Schätzungen des Deutschen Imkerbundes mehr Honig geschleudert als in den beiden Vorjahren, hatte es dort Anfang Oktober geheißen. Endgültige Umfrageergebnisse zur Ernte 2015 lagen aber noch nicht vor.

dpa


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