Navigation:
Eine Pflegerin hält die Hand einer Bewohnerin eines Altenheims.

Eine Pflegerin hält die Hand einer Bewohnerin eines Altenheims. © Oliver Berg/Archiv

Prozesse

Betrugsprozess: Staatsanwältin spricht von Pflege-Mafia

Im Prozess um vielfachen Abrechnungsbetrug von Pflegeleistungen hat die Staatsanwaltanwalt eine langjährige Gefängnisstrafe für die Chefin mehrerer Pflegediensteinrichtungen gefordert.

Bremen. Staatsanwältin Antje Kück sprach sich am Donnerstag in ihrem Plädoyer am Landgericht Bremen für eine Strafe von fünf Jahren und sechs Monaten aus. "Das ist Pflege-Mafia, die uns hier präsentiert wurde", sagte sie. Der 37 Jahre alten Angeklagten warf sie "betrügerische Basar-Mentalität" vor. Angeklagt ist die Ex-Geschäftsführerin von Bremerhavener und Cuxhavener Pflegediensteinrichtungen. Die Abrechnungsbetrügereien fielen in einen Zeitraum von 2009 bis Mitte 2016.

Mit dem geforderten Strafmaß blieb die Anklage an oberen Limit der von den Prozessbeteiligten geschlossenen Verfahrenseinigung. Die Angeklagte hatte die ihr in drei Anklagen vorgeworfenen Betrügereien vor Gericht wie vereinbart umfassend gestanden. Einige der über 1000 Anklagepunkte stellte das Gericht ein. Am Ende blieben 918 Fälle mit einem Schaden für Kassen und Sozialhilfeträger von über 600 000 Euro.

Verteidiger Reinhold Schlothauer verwies auf den "unteren Rand" der Verständigung und plädierte auf vier Jahre und sechs Monate. Das sei angemessen. "Sie ist keine Schauspielerin, die Kunden und Mitarbeiter manipuliert hat", sagte er. Für die geforderte Geldstrafe von 300 000 Euro verlangte er Ratenzahlung. Er forderte auch die Aufhebung des Haftbefehls für seine Mandantin, die ihr erstes Kind erwartet. Das Urteil wird für Freitag erwartet.

dpa


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Was halten Sie von einem Rauchverbot im Auto?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie