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Gerade bei deutschen Urlaubern beliebt: Ferienhäuser auf Sylt.© dpa

Kriminalität

Betrug mit Ferienwohnungen: 40.000 Euro Schaden

Es ist eine miese Masche: Im Internet werden Ferienwohnungen auf Sylt angeboten. Eine Anzahlung wird geleistet, und wenn die Urlauber ankommen, entpuppt sich die Unterkunft als Luftschloss. Es ist der erste Fall dieser Art im Norden. 

Westerland. Im Zusammenhang mit der betrügerischen Internetvermietung von Ferienwohnungen auf Sylt schätzt die Polizei den Schaden bislang auf 30 000 bis 40 000 Euro. 16 Fälle seien bei der Kriminalpolizei angezeigt worden, teilte die Behörde am Mittwoch mit.

Die Ermittler gehen aber von einer weit höheren Fallzahl aus und rechnen mit weiteren Anzeigen. Den Betroffenen rät die Polizei, sich in jedem Verdachtsfall an die Beamten zu wenden. Außerdem sollten Betrugsopfer versuchen, geleistete Zahlungen über ihre Bank noch rückgängig zu machen.

Die Täter hatten auf einem Internetportal nicht existente Ferienwohnungen zur Miete angeboten und Anzahlungen von jeweils mehreren hundert Euro kassiert. Namen und Adressen waren erfunden oder Verzeichnissen entnommen worden.

Die geprellten Mieter merkten dies oft erst, wenn sie auf der Insel ankamen.

Beim Landeskriminalamt Schleswig-Holstein sind nach Angaben eines Sprechers ähnliche Fälle aktuell und auch in der Vergangenheit nicht bekannt.

In Niedersachsen dagegen hat es in diesem Jahr bereits 35 Betrugsfälle bei Urlaubsbuchungen von Ferienwohnungen im Internet gegeben. "Sie reichen von doppelt vermieteten bis zu fiktiven, nicht existenten Ferienwohnungen und erstrecken sich über den gesamten Bereich Niedersachsens", teilte eine Sprecherin des Innenministeriums in Hannover mit.

Das Bundeskriminalamt konnte keine detaillierten Angaben zu ähnlich gelagerten Fällen in anderen deutschen Urlaubsregionen machen. Tourismusorganisationen äußerten sich unterdessen beschwichtigend. Die Seite existiere ja inzwischen nicht mehr, sagte Kristina Kreiss vom Insel Sylt Tourismus-Service. Einige Betroffene haben sich an die Einrichtung gewandt und alternative Unterkünfte gesucht. "Da konnten wir auch helfen."

An einen möglichen Imageschaden glaubt Kreiss nicht. Auch Jutta Vielberg vom Sylt Marketing will nicht so weit gehen. Ähnlich sieht es der Pressesprecher der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, Marc Euler. "Die Sache ist sehr bedauernswert für die Gäste, die es getroffen hat." Es habe sich aber nicht um einen offiziellen Anbieter gehandelt - "es war ein schwarzes Schaf".

An einen ähnlichen Fall kann sich Euler nicht erinnern. Es habe zwar Fälle gegeben, in denen ein Angebot nicht zu 100 Prozent korrekt beschrieben wurde. Dies jedoch sei eine "Masche, die ich so in der krassen Form noch nicht erlebt habe". Einen Imageschaden für die beliebte Urlaubsinsel fürchtet er nicht. "Sylt ist in seiner Bedeutung viel zu groß."

In einem Internetforum haben sich inzwischen Betroffene ausgetauscht und zeigten sich geschockt über den Betrug. "Das eigentlich Niederträchtige ist, dass man Urlaub mit Arbeit und Familie abgestimmt hat und sich mit seinen Mitreisenden darauf freut, denn das ist unbezahlbar", schreibt ein Nutzer.


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