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Eine Mutter sitzt mit ihrem Sohn auf dem Schoß auf einer Couch.

Eine Mutter sitzt mit ihrem Sohn auf dem Schoß auf einer Couch. © Marcel Kusch/Archiv

Armut

Bessere Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut gefordert

Fast jeder sechste Einwohner in Niedersachsen ist von Armut bedroht. Die Gründe dafür sieht die Landesarmutskonferenz auf regionaler und globaler Ebene und fordert konkrete Maßnahmen der Politik. Doch was kann getan werden?

Hannover. Die Landesarmutskonferenz hat wirksamere Maßnahmen zur Bekämpfung der sozialen Ungleichheit in Niedersachsen gefordert. Der Mindestlohn müsse erhöht werden, außerdem müsse mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, forderte am Montag die Sprecherin des Gremiums, Meike Janßen, bei einer Tagung in Hannover. Auch eine stärkere Regulierung des Arbeitsmarktes und eine bessere Kinderbetreuung seien nötig, damit Alleinerziehende entlastet werden könnten - sie sind neben Arbeitslosen und Migranten am meisten von Armut bedroht gehören.

Janßen sagte, viele Menschen hätten derzeit auch wegen des Zuzugs von Flüchtlingen Angst vor einer Verschlechterung ihrer eigenen Lebensbedingungen. Der eigentliche Grund für diese Sorge sei aber die gesellschaftlichen Spaltung zwischen Arm und Reich. Um diesen Zustand zu ändern, sei eine Steuerreform nötig, die wieder mehr auf Umverteilung setze. Auch dürfe der Schuldenabbau nicht zum Selbstzweck werden, sagte Janßen.

Jeder sechste Einwohner in Niedersachsen ist inzwischen von Armut bedroht. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes waren 2015 genau 15,6 Prozent der Menschen gefährdet. Dies war der höchste Wert seit der ersten bundesweit vergleichbaren Berechnung im Jahr 2005. Ein besonders hohes Risiko haben dabei in Niedersachsen Arbeitslose (58,5 Prozent), Alleinerziehende (46,6 Prozent) und Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit (40,5 Prozent).

Die Ursachen für globale soziale Spannungen liegen aus Sicht des Geschäftsführers des Forums Umwelt und Entwicklung, Jürgen Maier,  auch in der wirtschaftlichen Benachteiligung von Dritte-Welt-Ländern durch Handelsverträge. In Deutschland gebe es Lohndumping und einen großen Niedriglohnsektor, um das Land konkurrenzfähig zu halten, sagte Maier. Die Wirtschaftspolitik dürfe sich aber nicht nur an den Interessen von zwei Dritteln der Gesellschaft und an exportorientierten Konzernen orientieren.

dpa


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