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Ein Polizeiband sperrt das Tor zu einem Hof in Osterbruch-Norderende ab. Foto: C. Jaspersen/Archiv

Ein Polizeiband sperrt das Tor zu einem Hof in Osterbruch-Norderende ab. Foto: C. Jaspersen/Archiv

Prozesse

Bauer schoss auf Tierarzt: Prozess wegen Mordversuchs

Ein Bauer sieht rot, als man ihm seine Tiere wegnehmen will. Er holt eine Pistole, schießt auf den Amtstierarzt. Jetzt steht er vor Gericht.

Osterbruch. Es sollte eine der letzten Amtshandlungen des Amtstierarztes vom Landkreis Cuxhaven vor der Pensionierung sein. Sie endete für den Veterinäramtsleiter mit einem lebensgefährlichen Bauchschuss. Der mutmaßliche Täter: ein heute 56 Jahre alter Bauer. Er muss sich von Montag an in Stade vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord und unerlaubten Waffenbesitz vor.

Es war Mittwoch, der 1. Februar, als der Tierarzt etwa gegen 9.00 Uhr mit Kollegen und in Begleitung der Polizei mit Viehtransportern auf den kleinen Hof in Osterbruch-Norderende vorfuhr. Der Bauer stand schon länger unter Beobachtung, da er mutmaßlich seine Tiere nicht korrekt hielt. Nach zahlreichen Gesprächen und Verhandlungen sollte ein Gerichtsbeschluss vollstreckt, die Rinder, Schafe und Pferde abgeholt und an Viehhändler übergeben werden.

Das wollte der Landwirt unbedingt verhindern. Er ging ins Haus, holte eine geladene Pistole und schoss aus der Scheune ohne jede Vorwarnung auf den Amtstierarzt. Der wurde lebensgefährlich verletzt. Nachdem die Polizisten damals einen Warnschuss abgegeben hatten, ließ sich der Bauer widerstandslos festnehmen. Der Fall sorgte damals bundesweit für Schlagzeilen.

Die Tatwaffe stammte aus einer Erbschaft. Allerdings hätte der Mann laut Staatsanwaltschaft die Munition nicht besitzen dürfen. Wer Waffen erbt, müsse sie unbrauchbar machen oder abgeben. Der damals verletzte Tierarzt ist mittlerweile in Pension. Er nimmt als Nebenkläger an der Verhandlung in Stade teil.

Am Montag soll die Anklage verlesen werden. Unklar ist noch, ob sich der Angeklagte zur Sache äußern wird. Am zweiten Prozesstag steht die Vernehmung zahlreicher Zeugen auf dem Programm, darunter auch Polizisten. Insgesamt sind zunächst vier Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte damit möglicherweise bereits Anfang August fallen.

dpa


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