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Wissenschaftsministerin Heinen-Kljajic (Grüne, r).

Wissenschaftsministerin Heinen-Kljajic (Grüne, r). © Peter Steffen

Energie

Bau von Forschungswasserrad startet an der Aller

Um die Nutzung der Wasserkraft auch im norddeutschen Flachland zu verbessern, haben Forscher an der Aller mit dem Bau eines Hochleistungswasserrads begonnen. Anders als Wind- und Sonnenenergie soll es konstant Strom liefern. Kommen Fische mit der Anlage klar?

Hornbostel. Um die Nutzung der Wasserkraft zu verbessern, hat an der Aller im Kreis Winsen am Samstag der Bau einer großen Forschungsanlage begonnen. Bei Bannetze planen Wissenschaftler der TU Braunschweig mit Stahlspezialisten der Salzgitter AG ein Hochleistungswasserrad. Das Projekt könnte eine neue technische Revolution "made in Niedersachsen" werden, sagte Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne). Ende 2017 soll das Elf-Millionen-Euro-Projekt in Betrieb gehen und Perspektiven der Energiewende aufzeigen. Es soll 1000 Haushalte versorgen können und die bisher schwächelnde Wasserkraft im Norden beflügeln.

Anders als die Schwankungen unterworfene Wind- und Sonnenenergie könne die Wasserkraft einen konstanten Beitrag zur Energieversorgung leisten, sagte Staatssekretär Uwe Beckmeyer aus dem Bundeswirtschaftsministerium beim Baustart der Anlage. "Denn auch wenn die Sonne untergeht und es windstill ist, fließt das Wasser weiter." Die klassische Wasserradtechnologie allerdings sei für große Durchflussmengen nicht geeignet. Außerdem fehlt es dem Fluss an der nötigen Fallhöhe, um klassische Technik zu nutzen. Die Forschungsanlage an der Aller leiste daher Pionierarbeit.

Schäden am Fischbestand befürchtet allerdings der Landessportfischerverband. Der Neubau der Wasserkraftanlage sei ein Beleg dafür, dass der Fließgewässerschutz - trotz verpflichtender europarechtlicher Anforderungen - in Niedersachsen nur halbherzig angegangen wird. Unter dem Deckmantel des Klimaschutzes würden immer noch Wasserkraftanlagen genehmigt, die im Energiemix und für die Energiewende von marginaler Bedeutung seien, gleichzeitig aber immense ökologische Schäden anrichten könnten, erklärte der Verband. Überregionale Fischwanderrouten für Lachs, Meerforelle, Aal und Flussneunauge müssten vor weiterer Zerstückelung durch Wasserkraftanlagen geschützt werden.

dpa


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