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Johann Jungwirth glaubt, dass Roboterautos schon bald zum Alltag gehören.

Johann Jungwirth glaubt, dass Roboterautos schon bald zum Alltag gehören. © Holger Hollemann/Archiv

Auto

Autobranche erwartet "Neuerfindung des Automobils"

Schon in wenigen Jahren werde das computergelenkte Auto ganz selbstverständlich zu unserem Alltag gehören - darin sind sich Autohersteller und Zulieferer einig. Und nicht einmal der Verzicht junger Großstädter aufs eigene Fahrzeug macht ihnen Angst.

München. Roboterautos werden nach Einschätzung von Volkswagen-Digitalchef Johann Jungwirth schon in den nächsten drei bis fünf Jahren Alltag sein und der Autobranche einen Schub geben. Fahrzeuge würden künftig oft nur bei Bedarf gemietet, dafür aber alle zwei Jahre schon durch neue ersetzt werden. Außerdem würden autonom fahrende Autos zu einer bequemen Alternative für Busse und Bahnen werden, sagte Jungwirth am Donnerstag auf einem Forum in München. Deshalb bauten die Autokonzerne dann sogar eher mehr Autos als heute.

Das computergesteuerte Fahrzeug sei die "Neuerfindung des Automobils" und werde den Alltag so massiv verändern wie die Dampfmaschine, die Eisenbahn oder die Elektrizität, meinte der frühere Apple-Manager, der jetzt bei VW die Digitalisierung vorantreiben soll. Man stehe noch am Anfang, aber "es wird in drei bis fünf Jahren losgehen in den ersten Städten". Auch BMW-Digitalmanager Dieter May sagte: "Der Wandel wird massiv ausfallen, und er wird schneller kommen als man denkt." Seval Oz vom Autozulieferer Continental meinte, in fünf Jahren werde ein Auto ohne Autopilot befremdlich wirken.

Ein Treiber werde die Kommunalpolitik sein: Großstädte seien an selbstfahrenden Autos interessiert, weil sie weniger Parkplätze bräuchten und weniger Unfälle verursachten, sagten Oz und Nikolaus Lang von der Unternehmensberatung Boston Consulting. Das belegten Umfragen und das große Interesse, bei Pilotprojekten mitzumachen. Sobald es günstige Robo-Taxis gebe, würden sich sehr viele Autofahrer Stau, Parkplatzsuche und Gebühren sparen und umsteigen.

Eine Lehre aus dem tödlichen Unfall eines computergesteuerten Tesla-Elektroautos ist für Jungwirth, "dass wir Systeme erst auf den Markt bringen, wenn wir soweit sind". Heute könne und dürfe sich noch kein Mensch blind auf ein Assistenzsystem verlassen. Aber in einigen Jahren fahre der Computer besser und sicherer als ein durchschnittlicher Autofahrer.

Eine Befragung von 5500 Menschen ergab laut Boston Consulting beim Thema Zuverlässigkeit und Sicherheit ein viel größeres Vertrauen in traditionelle Autokonzerne als in IT-Unternehmen. In Deutschland sei die Skepsis aber groß - nur jeder Dritte sei hier offen für autonomes Fahren, in China seien es 80 Prozent. Als größten Vorteil nannten die Befragten, dass sie das Auto nicht mehr parken müssen und Zeit sparen. VW-Manager Jungwirth sagte, fast 38 000 Stunden verbringe ein moderner Mensch im Auto, und "in der Regel ist es verlorene Zeit".

dpa


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