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Der VW-Konzernbetriebsratsvorsitzende, Bernd Osterloh.

Der VW-Konzernbetriebsratsvorsitzende, Bernd Osterloh. © Peter Steffen/Archiv

Auto

Auto-Betriebsratschefs für mehr Kooperationen

Bei Nokia Here hat es funktioniert. Drei namhafte deutsche Autobauer zogen an einem Strang und kauften den Kartendienst gemeinsam. Das sehen die Betriebsratschefs großer Autokonzerne nun als Blaupause.

Rastatt (dpa)  – Die Betriebsratschefs von Daimler, Porsche und Volkswagen haben sich für eine intensivere Zusammenarbeit nicht nur bei der Elektromobilität ausgesprochen. "Wir müssen uns zusammentun, sonst werden wir es nicht hinkriegen", sagte Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht am Dienstag in Rastatt nach einer Podiumsdiskussion. Bei der Veranstaltung hatten sich Brecht und seine Amtskollegen VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sowie Porsche-Betriebsratschef erneut für eine gemeinsame Zellfertigung der deutschen Autoindustrie ausgesprochen.

Der Vorschlag stehe beispielhaft für Kooperationen auch in anderen Bereichen, sagte Brecht. Das Thema Nokia Here mache deutlich, dass die Autoindustrie in Deutschland bei bestimmten Themen zusammenstehen müsse. Daimler, Audi und BMW hatten gemeinsam den Nokia-Kartendienstes Here gekauft, um sich Kartenmaterial zu sichern, dass für selbstfahrende Autos wichtig wird.

Inzwischen findet der Vorschlag der Betriebsratschefs zu einer gemeinsamen Zellfertigung auch im Management Gehör. VW-Markenchef Herbert Diess hatte sich für eine gemeinsame Zellfertigung für E-Autos in Deutschland stark gemacht. ""Ein großer Teil der Wertschöpfung wird in Zukunft die Batterie sein. Insofern fände ich eine konzertierte Aktion richtig", hatte Diess der dpa gesagt. Dabei geht es um Zellen der nächsten Generation.

Aus Daimlers Vorstandsetage kam allerdings prompt die Absage: "Das Thema Kooperationen lässt sich am besten über unsere Zulieferer steuern", sagte Daimlers Personalvorstand Wilfried Porth in Rastatt. Angesichts der Konkurrenz aus Asien und den USA gebe es massive Überkapazitäten im Markt. Aktuell stammen die Zellen für Batterien von Elektroautos von asiatischen Herstellern wie Panasonic oder LG.

Der Elektroauto-Pionier Elon Musk plant mit Panasonic derzeit eine Gigafabrik für Batteriezellen in den USA. Daimler stellt in diesem Jahr seine Zellfertigung im sächsischen Kamenz ein. "Im Moment ist das Thema Zellfertigung für uns unattraktiv", sagte Porth.

VW-Betriebsratschef Osterloh sieht das anders: "Wir müssen uns in Zukunft überlegen, wenn wir eine Rolle spielen wollen, wie gehen wir mit dem Thema um." Daimler-Betriebsratschef Brecht forderte mehr Industriepolitik für Elektromobilität. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) stimmte ihm zu: Neben der Ladeinfrastruktur müssten Bund, Länder und Gemeinden einen bestimmten Anteil ihrer Flotten mit E-Autos bestreiten. "Natürlich werden wir Anreize brauchen", sagte Gabriel - egal ob im Steuersystem oder in Form von Festbeträgen. Industriepolitisches Ziel dürfe aber nicht nur sein, die Technologie zu beherrschen, sondern auch die Produktion.

Allerdings ist Gabriel durchaus auch offen für andere Investoren. Tesla-Gründer Elon Musk habe schon vor einigen Monaten Interesse an einer Batterieproduktion in Europa bekundet und gesagt, dass Deutschland einer der interessantesten Standorte wäre, sagte Gabriel. Er habe Musk angeboten, sobald seine Planungen im kommenden Jahr spruchreif wären, solle er Bescheid sagen. Es gebe verschiedene Fördermöglichkeiten, die auch Musk in Anspruch nehmen könne. Der Tesla-Gründer hatte im vergangenen Jahr gesagt, dass er auf lange Sicht eine Batteriefabrik in Deutschland plane.

Daimler-Betriebsratschef Brecht sieht eine mögliche deutsche Zellfertigung allerdings eher bei einem deutschen Zulieferer. "Wir wollen nicht irgendwelche ausländischen Investoren mit Geld versorgen."

dpa


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