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Ein, von einem Tornado abgedecktes, Dach einer Scheune in Dramfeld.

Ein, von einem Tornado abgedecktes, Dach einer Scheune in Dramfeld. © Stefan Rampfel

Notfälle

Aufräumen nach schweren Sturmschäden im Kreis Göttingen

Am Tag danach wird aufgeräumt: Im kleinen Ort Dramfeld bei Göttingen werden Dächer gesichert, Ziegel von der Straße gekehrt und umgekippte Bäume beiseite gezogen. Dort hat ein schwerer Sturm am Vortag großen Schaden angerichtet.

Dramfeld. Nach dem schweren Unwetter im Kreis Göttingen gibt es noch keine genaue Bilanz der Schäden. Das sagte der Bürgermeister der Gemeinde Rosdorf, Sören Steinberg (SPD), am Montag. Dort hatte nach Angaben der Polizei am Sonntagnachmittag ein Tornado gewütet, verletzt wurde aber niemand. Vom Deutschen Wetterdienst (DWD) gab es am Montag noch keine Bestätigung dafür, ob es sich tatsächlich um einen Tornado oder um eine extreme Gewitterböe handelte.

Die Einwohner des betroffenen Rosdorfer Ortsteils Dramfeld waren am Montag damit beschäftigt, die Schäden zu beseitigen. Es mussten Dächer gesichert, Ziegel von der Straße gekehrt und umgekippte Bäume beiseite geschafft werden, sagte Bürgermeister Steinberg. Der Sturm müsse große Kraft gehabt haben. Augenzeugen hätten berichtet, wie am Sonntagnachmittag Stühle, Sonnenschirme und Äste in die Luft gewirbelt wurden.

Gemeindebrandmeister Martin Willing sagte: "Die Schneise der Windhose ist etwa 500 Meter lang und geht durch den gesamten Ort." Selbst die Feuerwehrleute seien beeindruckt gewesen von der Stärke des Sturms.

Das Unwetter beschädigte die Dächer von mehr als 20 Häusern und acht Scheunen. Auch vom Dach der Grundschule seien Ziegel geweht worden, der Schulbetrieb habe aber am Montag gefahrlos stattfinden können, sagte Bürgermeister Steinberg.

Mehrere Autos wurden ebenfalls durch herabfallende Ziegel demoliert, rund zwei Dutzend Bäume knickten ab. "Wir werden jetzt überprüfen, ob noch andere Bäume so beschädigt sind, dass sie gefällt werden müssen", sagte der Bürgermeister.

Voraussichtlich werde es Tage dauern, bis alle Schäden erfasst und behoben seien. Zur Schadenshöhe gab es noch keine konkreten Angaben. Die Polizei hatte in ersten Schätzungen von etwa 500 000 Euro Sachschaden gesprochen.

Ein Sprecher des Deutschen Wetterdienst sagte, auch Gewitterböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometer könnten echte Schneisen schlagen. "Bei einem Tornado dreht sich - anders als bei einer eher geradlinige Gewitterfallböe - alles um eine senkrechte Achse", sagte DWD-Experte Andreas Friedrich.

In Deutschland gibt es nach seinen Worten jährlich zwischen 20 und 60 Tornados. "2016 waren es bisher gut 30", sagte der Fachmann. Die Zahl der Gewitterböen liege zwischen mehreren Hundert und mehreren Tausend im Jahr.

dpa


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