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Kleine Igel sollten im Herbst nicht aufgenommen werden.

Kleine Igel sollten im Herbst nicht aufgenommen werden.

Umwelt

Aufnahme von jungen Igeln ist meist unnötig

Sie sind klein und meist allein, die Lütten wirken hilfsbedürftig. Doch Jungigel dürfen nur in Ausnahmefällen aufgenommen werden und dann gibt es einiges zu beachten. Am besten ist die Vorsorge mit naturnahen Gärten und kleinen Gaben für die Stacheltiere im Freien.

Hannover. Sehen sie auch noch so possierlich und hilflos aus - kleine Igel sollten im Herbst nicht aufgenommen werden. „Die meisten Jungtiere brauchen keine Hilfe, sie suchen nur nach Nahrung, um sich Winterspeck anzufuttern“, betonte Ulrich Thüre vom Naturschutzbund Nabu Niedersachsen. „Igel sind Wildtiere und kommen in der Natur gut allein zurecht.“ Man dürfe nur Igel einsammeln, die auch im Winter noch keinen passenden Unterschlupf gefunden hätten oder verletzt seien. Sie sollten dann mit Trinkwasser und Rührei oder Katzenfeuchtfutter versorgt werden. Dann solle möglichst bald ein Tierheim oder eine Igelstation aufgesucht werden, riet Thüre.

Nur eine Handvoll der anerkannten 22 Betreuungsstationen für Wildtiere in Niedersachsen würden Igel aufnehmen, sagte Thüre. Dazu gehörten etwa das Artenschutzzentrum des Nabu in Leiferde und die Wildtierhilfe Lüneburger Heide in Soltau. In Leiferde seien 2014 insgesamt 187 Igel aufgenommen worden, überwiegend im Herbst als Jungtiere. „Auch in diesem Jahr haben wir schon zahlreiche Neuzugänge“, sagte Thüre.

Die beste Igelhilfe sei ein naturnaher und artenreicher Garten mit heimischen Bäumen, Sträuchern und Stauden, heißt es beim Nabu. Dort fänden die Stacheltiere genügend Käfer, Regenwürmer, Schnecken und Spinnen. Schon eine verwilderte Ecke könne ausreichen, einen kleinen Lebensraum für Igel zu schaffen. „Vor allem Laub-, Reisig- und Totholzhaufen bieten ihm willkommenen Unterschlupf“, empfiehlt der Nabu. Ausreichend Laub sei überlebenswichtig.

„Sehr gut bewährt hat sich die sogenannte Igelburg aus Holz, die mit etwas handwerklichem Geschick leicht gebaut werden kann“, sagte Rüdiger Wohlers, Nabu-Geschäftsführer in Oldenburg. „An einer trockenen, geschützten Stelle im Garten aufgestellt und mit trockenem Reisig und Laub überdeckt, bietet sie dem Igel ein wunderbares Winterquartier, und im Frühjahr können darin die Jungigel das Licht der Welt erblicken.“ Gute Hilfen im Herbst seien auch im Garten eingerichtete Tränken oder Futterstellen, sagte Thüre. Keinesfalls sollten aber Speisereste oder Obst gefüttert werden, auch Milch vertrügen Igel gar nicht.

„Der Igel ist kein Haustier und sollte im Herbst nicht zur Überwinterung ins Haus geholt werden“, heißt es auch beim Fachdienst für Natur- und Landschaftsschutz im Kreis Lüchow-Dannenberg. „Auch kleinere Jungigel haben im Winter im Freiland wesentlich bessere Überlebenschancen als allgemein angenommen wird.“ Jungtiere könnten im Herbst bis zu 50 Gramm am Tag zunehmen. „Bei unseren milden Wintern ist der Winterschlaf des Igels relativ kurz und somit das Überwinterungsgewicht nicht von so großer Bedeutung“, hieß es. Der Igel gehöre zu den geschützten Tierarten, die weder gefangen noch getötet werden dürften. Das Bundesnaturschutzgesetz beschränke eine Entnahme auf absolute Ausnahmen: „Ausschließlich verletzte oder kranke Igel dürfen zeitweise aufgenommen werden, um sie gesund zu pflegen, hierbei ist in jedem Fall ein Tierarzt einzuschalten.“


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