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Ein Aufkleber "Radioaktiv Abfall" ist an einem Abfallbehälter zu sehen.

Ein Aufkleber "Radioaktiv Abfall" ist an einem Abfallbehälter zu sehen. © Carsten Rehder/Archiv

Atom

Atommüll: Land fordert lückenloses Überwachungskonzept

Angerostete Atommüllfässer im Abfalllager Gorleben lassen die Abgeordneten in Landtag aufhorchen. Der Umweltminister fordert Konsequenzen. Er will ein zentrales Atommüllregister.

Hannover. Niedersachsens Landesregierung hat nach der Entdeckung von Rostflecken an Fässern mit schwach radioaktivem Atommüll in Gorleben ein lückenloses Überwachungskonzept gefordert. Inzwischen gebe es acht betroffene Fässer, hieß es am Freitag aus dem Umweltministerium in Hannover. Minister Stefan Wenzel (Grüne) sagte im Landtag, künftig müsse jederzeit die umfassende Inspektion aller eingelagerten Behälter möglich sein. "Die Sicherheitsstandards für die Zwischenlagerung sind auch an anderen Standorten nicht ausreichend, der Bund muss hier endlich die rechtlichen Vorgaben verschärfen", forderte die grüne Abgeordnete Miriam Staudte.

Weder die Fässer noch die Lagerstandorte seien für eine jahrzehntelange Zwischenlagerung ausgelegt. Einige der Fässer seien mittlerweile fast 40 Jahre alt, ursprünglich sollten sie nur für eine Übergangszeit eingelagert werden. Da bis zur Räumung des Lagers noch bis zu 20 Jahre vergehen könnten, müsste umgehend gehandelt werden, sagte Wenzel.

Sinnvoll sei auch ein bundesweites Atommüllregister, das für den Fall der Bergung jederzeit die nötigen Information liefern könne. Eine derartige Erfassung sei auch mit Blick auf die Terrorabwehr wichtig. Der gestiegenen Gefahr sei durch verschärfte Sicherungsmaßnahmen Rechnung getragen worden, sagte Wenzel.

In Gorleben war bei routinemäßigen Auslagerungsarbeiten zunächst an einem Fass ein Rostfleck entdeckt worden, es war aber nicht durchgerostet, mittlerweile sind acht betroffen. Die Schäden wurden erkannt, als 70 der 1152 Fässer ausgelagert werden sollten.

Seit im Sommer 2014 feuchte Stellen auf dem Boden des Fasslagers festgestellt wurden, wurden keine weiteren Abfälle mehr im entsprechenden Lager in Gorleben eingelagert. Für das laufende Jahr sind nach Angaben des Umweltministeriums wieder Einlagerungen geplant, aber noch nicht beantragt.

dpa


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