Navigation:
Aus Rücksicht auf Flüchtlinge soll auf Böller verzichtet werden.

Aus Rücksicht auf Flüchtlinge soll auf Böller verzichtet werden.© Tobias Kleinschmidt/Archiv

Flüchtlinge

Appell: Auf Böller verzichten

Für Feuerwerk wird zu Silvester in Deutschland viel Geld ausgegeben. In einigen historischen Altstädten in Niedersachsen ist das Böllern aber verboten. Hilfsverbände mahnen auch zur Rücksicht auf Flüchtlinge, die einschlagende Bomben im Krieg erlebt haben. 

Flüchtlingshelfer in Niedersachsen rufen dazu auf, in der unmittelbaren Nähe von Asylbewerberunterkünften auf laute Silvesterknallerei zu verzichten. Es gehe darum, Rücksicht auf die vielen Menschen zu nehmen, die einschlagende Bomben im Krieg erlebt hätten, sagte der Vorstand der Hilfsorganisation im Landesverband Niedersachsen/Bremen, Thomas Mähnert. In den Flüchtlingsunterkünften der Johanniter ist der Besitz von Feuerwerkskörpern und pyrotechnischen Gegenständen verboten. Sie stellen dort nicht nur aus Brandschutzgründen ein zu hohes Risiko dar - das laute Knallen könne auch zu Panik- und Angstreaktionen der Bewohner führen, hieß es.

Viele Städte und Gemeinden in Niedersachsen verbieten in bestimmten Bereichen seit einigen Jahren Feuerwerk, um historisches Fachwerk, Reetdächer oder die Tierwelt zu schützen. In der Umgebung von Kirchen, Krankenhäusern, Alten- und Kinderheimen ist das Abbrennen von Raketen ohnehin gesetzlich verboten. Auf der Nordsee-Insel Spiekeroog bleibt es zu Silvester ruhig, um die Tierwelt zu schonen. Dort ist das Böllern seit dem letzten Jahr nicht mehr gestattet. Einige Touristen kommen nun gezielt nach Spiekeroog, um einen leisen Jahreswechsel zu erleben, sagt der dortige Tourismusleiter Patrick Kösters. "Häufig kommen sie auch, um ihren Haustieren den durch die Feuerwerke erzeugten Stress zu ersparen."

Auf den anderen ostfriesischen Inseln bleibt Feuerwerk dagegen erlaubt. "Das gilt selbstverständlich nur für jene Abschnitte, die nicht als Nationalpark ausgezeichnet sind", sagte Katja Benke vom Tourismusverband "Die Nordsee". Ebenso wie im Nationalpark Harz ist im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zum Schutz der Natur das Zünden von Raketen ganzjährig verboten. "Die unvermittelten Erscheinungen von Feuerwerken werden von den Tieren als Bedrohung erkannt und lösen anhaltende Fluchtreaktionen und Stress aus", sagt der Leiter der Wattenmeer-Nationalparkverwaltung, Peter Südbeck.

Die Stadt Bremerhaven sprach für Silvester vor dem Zoo am Meer ein Böllerverbot aus, der Platz wird dafür extra abgesperrt - dort wurde am 11. Dezember Eisbärbaby geboren, es sool nicht verschreckt werden. In Goslar ist zum Schutz der Häuser in der Altstadt das Abbrennen von Pyrotechnik nicht erlaubt, das Verbot wurde in diesem Jahr auf noch mehr Straßen als bisher ausgeweitet. Die historischen Gebäude im Zentrum seien besonders brandempfindlich, sagte ein Stadtsprecher.

In der Silvesternacht 2006/2007 hatte in Goslar ein Knaller ein Feuer in der Altstadt ausgelöst. Auch andere Fachwerk-Altstädte im Harz wie Hornburg und Osterode bleiben böllerfrei. Ebenfalls untersagt ist die Knallerei in Teilen der Innenstädte von Northeim, Celle, Hameln und Hildesheim sowie auf dem Marktplatz in Bremen. Ein Sprecher der Stadt Hildesheim sagte, vor allem im letzten Jahr hätten einige Menschen die Verbotszonen ignoriert. Wer gegen das Böllerverbot verstößt, kann mit einer Geldbuße von bis zu 50 000 Euro bestraft werden.

dpa


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Die Bahn verspricht, pünktlicher zu werden - schafft sie das?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie