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Kriminalität

Anklage wegen Mordkomplott gegen Ex-Frau von Schlossherren

Rosenkrieg in der Schickeria von Hannover: Erst verdächtigt ein Schlossherr seine Ex-Frau, hinter einem Einbruch mit Millionenbeute bei ihm zu stecken. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen eines Mordkomplotts gegen die Designerin erhoben.

Hannover. Es ist ein Rosenkrieg, bei dem es um Schmuck, Antiquitäten sowie Einbruchs- und Mordanschuldigungen geht und der mit einem Landschloss als Kulisse für einen Fernsehkrimi taugt: Zweieinhalb Jahre nach einem Einbruch mit Millionenbeute in ein Schloss bei Hannover hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Anstiftung zum Mord gegen die Ex-Frau des Schlossherren erhoben.

Die 39-Jährige soll zweimal versucht haben, einen Auftragsmörder dafür zu gewinnen, ihren damaligen Ehemann aus dem Weg zu schaffen, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Mittwoch. Der 61-Jährige wurde von der Polizei gewarnt und blieb unversehrt. Die Frau bestreitet die Vorwürfe. Bei einer Verurteilung droht ihr eine mehrjährige Haftstrafe.

Der öffentliche Schlagabtausch zwischen dem Schlossherren und seiner Ex-Frau begann im Januar 2013, nachdem Unbekannte bei einem Einbruch Schmuck, Geld und Antiquitäten im Wert von 1,3 Millionen Euro wegschafften. Seine Ex habe den Einbrechern den Tipp gegeben, was bei ihm zu holen sei und dass er zur Tatzeit mit seiner neuen Partnerin im Urlaub war, lautete die Anschuldigung des Mannes. Diese untermauerte er damit, dass die Frau schon zwei Jahre zuvor bei einem Einbruchsversuch in das Schloss von Überwachungskameras gefilmt wurde.

Der Vorwurf, Strippenzieherin des Millionenraubs gewesen zu sein, brachte die Frau kurzzeitig in Untersuchungshaft. Der Vorwurf ließ sich nicht erhärten, auch eine Fahndung in der "Aktenzeichen XY"-Sendung führte nicht zu den Tätern. Vielmehr wurde später gegen den Schlossherren wegen versuchten Versicherungsbetrugs ermittelt, weil er eine überhöhte Schadenssumme kassieren wollte.

Bei einer Durchsuchung wegen eines Betrugvorwurfs in anderer Sache waren Fahnder bei ihm auf einen Teil der Beute gestoßen. Trotzdem landete die Ex-Frau vor einigen Monaten auf der Anklagebank des Amtsgerichts: Bei anderen Einbrüchen bei vermögenden Hannoveraner sei sie die Tippgeberin gewesen, lautete der Vorwurf. Da dieser sich nicht beweisen ließ, wurde die 39-Jährige am Ende nicht belangt.

Auf die Spur des Mordkomplotts kamen die Fahnder nach Angaben der Staatsanwaltschaft, weil sich ein Tippgeber meldete und sagte, die Frau habe ihn dazu bringen wollen, ihren Ex umzubringen. Dank einer daraufhin installierten Telefonüberwachung konnte die Polizei später mithören, wie die Designerin einen unbekannt gebliebenen anderen Mann dazu drängte, ihren Ex-Mann umzubringen.

Während diese Vorwürfe die Frau nun wohl erneut auf die Anklagebank bringen, warten auch auf den Schlossherren zwei Gerichtsverfahren: Wegen des Vorenthaltens von Arbeitnehmerentgelten in sechsstelliger Höhe muss der 61-Jährige sich demnächst vor den Amtsgerichten in Hannover und Neustadt am Rübenberge verantworten.

dpa


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