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Eine Bandscheibenoperation an einem Patienten.

Eine Bandscheibenoperation an einem Patienten. © Felix Kästle/Archiv

Prozesse

Anklage im Prothesen-Skandal: Ex-Chefarzt droht lange Haft

Nach dem Skandal um Operationen mit defekten Bandscheibenprothesen am Klinikum Leer ist der ehemalige Chefarzt angeklagt worden. Die Ermittlungen gegen den 53-Jährigen seien abgeschlossen, gegen ihn bestehe der Verdacht der vorsätzlichen Körperverletzung in 53 Fällen, teilte die Staatsanwaltschaft Aurich am Donnerstag mit.

Aurich. Zwischen 2010 und 2014 soll der Arzt Patienten andere Prothesen eingesetzt haben, als zuvor abgesprochen. Laut Anklage hätten sich die verwendeten Implantate hinsichtlich des Materials, der Konstruktion und der Funktionsweise erheblich von der angedachten Prothese unterschieden. Weil die Patienten zuvor nicht über die tatsächlich eingesetzten Prothesen informiert worden waren, sind nach Auffassung der Staatsanwaltschaft auch deren Einwilligungen in die Operation unwirksam.

Damit werde der Tatverdacht für eine Körperverletzung in den 53 Fällen begründet, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Dem ehemaligen Chefarzt droht eine lange Haftstrafe. Das Gesetz sehe für eine vorsätzliche Körperverletzung eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor. Nach den Berichten über Operationen mit fehlerhaften Bandscheibenimplantaten hatte das Krankenhaus in Leer den Mediziner fristlos entlassen, weil er verdeckte Provisionen von Herstellern medizinischer Produkte und für die Betreuung von Hospitanten bekommen haben soll.

dpa


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