Navigation:
Peter Kossen, Prälat aus Vechta, fordert das Thema Leiharbeit im Wahlkampf.

Peter Kossen, Prälat aus Vechta, fordert das Thema Leiharbeit im Wahlkampf. © I. Wagner/Archiv

Kirche

An Ausbeutung von Leiharbeitern hat sich nichts geändert

Der kommissarische Leiter des Offizialats Vechta, Prälat Peter Kossen, hat mit Blick auf die Kommunalwahlen die Ausbeutung von Werk- und Leiharbeitern kritisiert.

Vechta. "Es hat sich nichts verändert", sagte er am Freitag zu den Arbeits- und Wohnbedingungen von Arbeitsmigranten, die als Schlachthofarbeiter oder Erntehelfer in Niedersachsen arbeiten. Das Thema gehöre in den Kommunalwahlkampf, forderte Kossen.

Er bemängelte viele Schlupflöcher, die den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro aufweichen würden: Unbezahlte Überstunden, fehlende Stundennachweise, Mietwucher, mehrfache Vermittlungsgebühren oder die höhere Laufgeschwindigkeit der Fließbänder in den Schlachtbetrieben.

"Selbstverpflichtungserklärungen sind allenfalls Lippenbekenntnisse", kritisierte Kossen. Die Wohnungssituation sei eher schlimmer als besser geworden. Werkvertrags- und Leiharbeiter seien der Willkür und Gier krimineller Subunternehmer schutzlos ausgesetzt. "Unternehmer, die diese Ausbeutung in ihren Unternehmen zulassen - auch solche, die viele Kirchensteuern zahlen - machen sich mitschuldig an der modernen Sklaverei", sagte Kossen.

Die Kommunen müssten einen großen Teil der Folgekosten zahlen, sagte Kossen. Es wundere ihn daher, dass die Gemeinden nicht mehr Druck auf die Unternehmer ausüben würden.

dpa


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Was halten Sie von einem Rauchverbot im Auto?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie